
Solar Vordach
( März 2025 )
Nachdem die Reinigung der Front vollendet war, geht es jetzt zum eigentlichen Projekt: dem PV-Vordach.

Die Planung wird stilecht in MS Paint absolviert. Naja, eigentlich wollte ich mir nur mal grob vorstellen, wie es aussehen könnte. Warum überhaupt das Vordach? PV ist aus wirtschaftlicher Sicht ein No-Brainer. Klar, auch bei mir daheim – wo Teile der Anlage seit 13 Jahren auf dem Dach ihr Geld verdienen, ich dann aber etwas eskaliert bin und auch die Fassade damit belegte – stehen immer wieder Leute auf dem Hof, die mir erklären, dass das alles Unsinn sei und überhaupt nicht funktionieren könne. Also wirtschaftlich. Und was ich überhaupt im Winter mache. Ich diskutiere aber auch nicht mehr mit denen – wer gar keine Ruhe gibt, bekommt gesagt, dass ich jetzt eine 4-Tage-Woche habe und das verlorene Erwerbsarbeits-Geld nun aus der PV-Anlage kommt. (Leicht übertrieben, aber die Leute werfen auch mit Scheiße um sich.) Und dann ist auch meist Ruhe.
Zurück zum Thema. Am Stellwerk hätte ich auch am liebsten jeden cm² mit PV-Modulen zugeschissen – vom Dach über die Fassade bis hin zum 200 m langen PV-Zaun. Aber diese Optik würde das Stellwerk zu stark entstellen.

© Immanuel Giel. Dieses Werk ist unter der Lizenz „Creative Commons Attribution-ShareAlike 4.0 International“ (CC BY-SA 4.0) lizenziert.
Mein liebstes Beispiel für komplett verunstaltete Bahnhofsgebäude ist das ehem. Bahnhofsgebäude von Kettenheim, wo jemand wild Betonteile drangepflanscht hat.
Aber so ein Vordach … das bekommt man bestimmt irgendwie stimmig zum Rest des Gebäudes gebaut. Was man auch nicht vergessen darf: Die Terrasse ist in den Sommermonaten aktuell einfach nicht zu benutzen. Aufgrund der Sandsteinwände und der Südausrichtung wird es dort knackig heiß – nicht umsonst ist dort alles von Eidechsen bevölkert.

Die tatsächliche Planung passiert dann aber doch auf dem Papier. Gebaut wird aus Holz – vorne 3 Balken, hinten 2 Balken, oben zwei Pfetten quer drüber und eben Sparren. Die PV-Module sind gleichzeitig auch die Dacheindeckung. Das passiert zum einen, weil so noch ein wenig Licht durchscheint und die Terrasse nicht zu dunkel wird, zum anderen spart man sich somit auch die Kosten für die Dacheindeckung.
Damit fängt man sich aber ein Problem ein: PV-Module sind nicht so einfach zuschneidbar (ja, ich weiß, es gibt Blindmodule), und somit müssen die Module im Idealfall die exakten Maße haben, die man als Dachfläche braucht. Die aktuelle Generation sind eigentlich alle 1,13 m breit. Bei 4 Modulen kommt man mit Klemmen auf 4,57 m – die Terrasse ist 4,52 m breit, also würden die Module links und rechts nur 2,5 cm überstehen. Top.
Anders sieht es in der Tiefe aus. 2,65 m bräuchte ich, ohne vorne einen Überstand zu haben. Ein wenig Überstand braucht man aber, da die Wetterseite von vorne zum Garten kommt. Es gibt Module zwischen 1,72 m und 1,76 m. Da ich welche brauche, die bifazial sind – sprich, die Rückseite darf nicht weiß beschichtet sein, sondern transparent – schränkt das Angebot weiter stark ein.
Ich habe bei zwei Modulreihen also die Wahl zwischen ca. 80 oder 90 cm Überstand. Beides erscheint mir irgendwie viel zu viel, und ich habe Angst, dass es einfach viel zu weit übersteht und scheiße aussieht. Die Social-Media-Bauleitung sprach mir aber Mut zu, und besonders der Alexander hatte einen guten Bauhinweis: So bauen, dass man, wenn man aus der Tür rauskommt, nicht in das Dach schaut, sondern noch in die Ferne schauen kann.
TOP! Dadruch geht natürlich ein wenig Neigung und somit Stromertrag verloren aber egal.

Was man auf dem Zettel auch sieht: den Versuch, den günstigsten Preis für das Holz zu finden. Hornbach, OBI und Globus waren direkt raus, weil sie die passenden Maße nicht oder nur auf Bestellung mit 6–8 Wochen Lieferzeit haben.
Von den drei lokalen Baustoffhändlern waren die Preise unter Bauhaus-Niveau, aber sie verkaufen dir eben baustoffhändler-like alles nur in 8, 10 oder 12 m Länge. Die 12x12 cm Balken gibt’s erst ab 12 m – ich brauche aber nur 9 m, muss also 3 m dazukaufen, die ich gar nicht brauche. So wurde es am Ende dann tatsächlich der Drive-in vom Bauhaus.
Als Holz habe ich als Leimbinder gekauft. So kann man in der Stärke etwas niedriger gehen, was es weniger wuchtig in der Optik macht. Auch verformt es sich mit den Jahren weitaus weniger als „normales“ Konstruktionsvollholz – ist dafür aber etwas teurer.
Für den Haufen dort oben wurden 663€ fällig.

Die Wahl der PV-Module ist auf 8 Stück Jinko 430 Wp bifazial gefallen. Für die 3,44 kWp wurden somit bei einem Garagenhändler in der Region bei selbstabholung 392 € fällig.

Zwischen die Module kommen ja noch Klemmen – die haben auch jedes Mal andere Abmessungen, und daher lege ich die Module erstmal trocken zusammen. Passt aber. Alles hat sie Maße wie ich das vorher geplant hatte.

Hier könnte ich mir übrigens selbst sehr hart in den Arsch treten. Ich wollte das Dach sehr gerne noch im März, bevor die Sonnenernte losgeht, fertigstellen, habe aber eben nicht an allen Baustellentagen eine zweite helfende Hand. Es blieb also eigentlich nur Zeit, die Sparren fix 2× von der Oberseite mit Leinöl zu bepinseln. Die restlichen Auftragearbeiten wollte ich dann „einfach“ machen, wenn das Dach fertig ist. Stellt sich raus: ist unweit mehr Arbeit als gedacht. (ACH!)
Auf der Suche nach der richtigen Wahl von Öl/Lack/Lasur – abseits von bezahlten YouTubern – bin ich auf diese nicht chronologisch geordnete, aber dennoch sehr hilfreiche Seite gestoßen: Lasuren Langzeittest 3
Jemand hat dort 2016 einfach etliche Holzstücke mit unterschiedlichen Erzeugnissen von Herstellern bestrichen und kombiniert. Es stellt sich dort heraus, dass – wenn man jetzt nur nach der Haltbarkeit geht – eine Grundierung aus doppelt Leinölfirnis und einem Nachanstrich mit „Kieferlasur Filter 7“ der Firma Sikkens auch nach 8 Jahren noch aussieht wie am ersten Tag. Das ist doch mal ein Wort.

Die ersten zwei Balken an der Gebäudewand waren naturgemäß die einfachsten. Unten in die Gewindestangen gestellt, Wasserwaage dran und in der Länge fünf 8x220 mm-Schrauben reingedübelt.
Die vorderen drei Balken sind da schon weitaus komplizierter. Um die Balken in die Gewindestangen stellen zu können, mussten längs in den Leimbinder 60 cm Löcher gebohrt werden. In beide Himmelsrichtungen sollte man also gerade bohren – was freihand natürlich nie so wirklich funktioniert. Nicht umsonst gibt es in Schreinereien dafür Langloch-Standbohrmaschinen.

Die Löcher im Balken wurden dann um wenige mm größer gebohrt, sodass man die Balken oben passend drücken konnte, damit sie im Lot sind. Wie man sieht, ist es mittlerweile Nacht geworden. An dem Samstag sind wir tatsächlich sehr früh (8 Uhr) auf die Baustelle gefahren, in der Hoffnung, alles an einem langen Arbeitstag erledigt zu bekommen – oder zumindest die ganze Dachkonstruktion inkl. PV-Schienen. Den Rest hätte ich dann wieder alleine machen können. Als dann der Baustrahler aufgestellt wurde und noch nicht mal die Pfetten (Querbalken) drauf saßen, war klar: Das wird nix. Einsehen wollte ich das aber erst gegen 1 Uhr nachts. 😅
An dem Abend ist mir aber erstmal wieder klar geworden, in welch privilegierter Lage das Stellwerk liegt. Sonntag Nacht um 0 Uhr die Kreissäge im Garten anwerfen? No Problemo. Schon cool irgendwie.

Weil ich zu den Menschen gehöre, die Schwierigkeiten haben, sich Dinge räumlich vorzustellen (ja, das gibt es wirklich), verzichte ich bei solchen Projekten immer gänzlich darauf, eine technische Zeichnung anzufertigen. Ich muss das freihand bauen, um zu sehen, ob die Höhe des Daches für mich taugt. Als das Bild hier gegen 22:30 entstand, war alles daran noch ein trockener Versuchsaufbau.
Der eine Sparren, der oben drauf liegt, wurde in Höhe der Tür gelegt, um von innen zu sehen, ob man noch in die Ferne schauen kann. Das hat gepasst.

In der Nacht wurden dann noch die zwei äußersten Sparren aufgelegt und alles miteinander verschraubt. Eigentlich war der Sonntag als Ruhetag geplant… fiel ins Wasser. Die treibende Kraft, am Sonntag doch nochmal hinzufahren, war ehrlicherweiße meine Frau. Aber sie hatte ja recht: Zu zweit geht alles viel einfacher, und so standen wir um 12 Uhr wieder auf der Matte – und es wurde wieder ein Tag bis spät in die Nacht. Obwohl ich die Hoffnung hatte, an dem Tag weit vor Sonnenuntergang fertig zu werden. 😁
Leider blieb die Arbeit an diesem Tag weitgehend undokumentiert wegen des gewissen Zeitdrucks, und so gibt es nur diese zwei Bilder, welche die ersten beiden Module nach der Montage zeigen.
Es mussten zwar eigentlich „nur“ die Sparren aufgelegt werden und darüber dann quer die Alu-Schienen der PV-Anlage, aber während das auf einem begehbaren Dach doch irgendwie flotter geht, hat es hier unheimlich aufgehalten. Ständig musste man das Rollgerüst umbauen oder umstellen oder die wackelige Leiter zwischen die Sparren stellen. Das hat unfassbar viel Zeit gekostet.
Auch sehr viel Zeit hat das Abdichten des Spalts zwischen den Modulen gekostet (zu der Technik gleich mehr). Zwischen den Modulen entsteht durch die Modulklemmen ja ein 2,5 cm breiter Spalt, und das Dach soll ja weitestgehend wasserdicht sein.
Aber: Um 0:03 Uhr war es dann geschafft. Nach einem 17- und einem 12-Stunden-Tag zu zweit war das Vordach zumindest vom groben Bau her fertig. Am nächsten Tag war dann erstmal Fotoshooting angesagt:
Natürlich, der Schattenwurf ist nicht jedermanns Sach. Ich mag aber tatsächlich alles daran und das sage ich jetzt nicht weil ichs gebaut habe.
Ich finde das Vorher-Nacher Ergebniss kann sich sehen lassen. 😊
Aber fertig sind wir noch lange nicht. Zum einen schauen rechts noch die Alu-Schienen raus, zwei Endklemmen sind natürlich kaputtgegangen und ich muss auf Ersatz warten. Auch die Sparren vorne sind noch zu lang, und die Technik will ja auch noch angeschlossen werden. Für die Verkabelung ging ein Nachmittag drauf, die Zuleitung hatte ich damals schon gelegt.

Die Montage der Regenrinne hat nochmal gut 6 h gedauert – wieder wegen Gerüst umstellen, umbauen, und ganz rechts war gar nichts mit Gerüst aufstellen. Dort wurde unter sehr zweifelhaften Unfallverhütungsregeln mit einer Leiter gearbeitet...
Entschlossen habe ich mich für – Dachdecker bitte mal kurz weghören – ein Regenrinnen-Baumarktsystem von Marley. Ich weiß selber, dass die Teile nicht gegen eine gute deutsche Zinkregenrinne anstinken können. Auch ’ne Leiter anstellen ist dort nicht. Ich hab aber leider keine Erfahrung mit dem Verarbeiten von Regenrinnenhaken, dem Gefälle darüber herstellen, und ich finde, dort hätte eine Zinkregenrinne einfach nichts ausgesehen. Das Braun passt einfach besser.
Auf dem Bild fehlt natürlich noch der Anschluss an das Fallrohr links. Dem geneigten Nutzer wird hier auch auffallen das der Pfosten an dem Fallrohr leicht schief steht. Dies geschah durch die Ausrichtung mitten in der Nacht. Jetzt muss ich leider mit diesem Schönheitsfehler leben.

Die Abdichtung, oder: „Warum hast du nicht einfach fertige PV-Terrassendach-Module genommen?!“
Wer das hier in ein paar Jahren liest: Zu diesem Zeitpunkt gab es kein fertiges System, handelsübliche PV-Module wasserdicht zu verbinden.
Es gibt aber rahmenlose Glas-Glas-Module oder auch eben genannte in speziellen Terrassendach-Maßen. Da ist dann ein Modul 3 m lang. Dafür gibt es dann auch 3 m lange Aluschienen mit Lippendichtungen. Man schiebt die Glas-PV-Module dann seitlich rein und schraubt die Aluschiene fest.
Mein Problem mit diesem System ist aber zum einen der enorme Preis. Habe ich hier für meine Module ~400 € gezahlt, kann man bei dem genannten System einfach mal eine 0 dranhängen. Obendrauf kommt dann noch, dass die Leistung dieser Module meist um 50 % schlechter auf den m² ist, da man mehr Platz zwischen den einzelnen Zellen gelassen hat – für mehr Sonnenlicht auf der Terrasse.
Da einige das ähnlich sehen gibt es im DIY Sektor die Methode die Lücken mit "ESTP5 Vollgummi" zu verschließen. Das sind eigentlich Dichtungen für Zimmer Türen und die klemmt man einfach zwischen.

Diese Gummidichtungen sind unten 22,8 mm breit – das ist schon mal schlecht, weil die Lücke 25 mm breit ist. Das heißt, sie haben klemmtechnisch keine Wirkung. Oben wird der Spalt durch die Lippen abgedeckt, mit 2,5 mm in beide Richtungen. Ich hätte die Dichtungen echt gerne mal ausprobiert. Der Versuch hätte mich aber 80 € gekostet, und so bin ich auf die Lösung zurückgekommen, die ich daheim an einem aufgeständerten Balkonkraftwerk getestet habe:
Verzinktes Stahlblech (was ich eh noch hatte) in 35 mm breite Streifen geschnitten und mit Sika 522 auf die Module aufgeklebt. Die Modulklemmen selber habe ich mit Sika geflutet.
Was hats gekostet?
Die Arbeitszeit würde ich mit 2 Personen (wobei die 2. Person eigentlich „nur“ ein Hiwi sein muss) auf 5 Tage einschätzen – wenn man von einem normalen 8h-Tag ausgeht.
Wie gesagt, DAS wundert mich immer noch am meisten an dem Projekt.
Niemand hat die Absicht ... eine Hecke zu errichten

Zum Schutze unserer Werktätigen hat das ZK im festen Vertrauen auf sozialistische Aufbauarbeit beschlossen, eine Hecke zu errichten. Sie wird... okay, lassen wir das. 😄
Die Bäume, die man dort links der Linie sieht, müssen ja leider alle weg. Ich erklärte das ja bereits: Das Forst- und Baumat sieht durch die Umnutzung des Gebäudes eine Gefahr durch die Bäume. Daher muss im Umkreis von 25 m alles niedergemäht werden.
Wenn die Bäume nachwachsen, dürfen sie übrigens stehen bleiben – weil: Dann ist das Gebäude ja schon umgenutzt, und die Bäume stellen keine Gefahr mehr dar. Logisch, oder?
Der Verkauf des Waldes an mich hat sich aber leider so verzögert, dass der 1. März – der Tag, bis zu dem Bäume gefällt werden dürfen – überschritten wurde. Ich muss also jetzt bis November warten, sonst setzt es ein ordentliches Bußgeld.
So oder so, die Bäume kommen weg und die nächsten 15 Jahre wird es in Richtung Kreisstraße keinen Sichtschutz mehr geben. Das möchte ich mit einer Hecke etwas abfedern. Die Vorarbeiten begannen Ende März.
Der sehr sandige Boden ist leider gar kein guter Boden für die meisten Hecken, daher wird ein 30×30 cm Graben ausgehoben – auf 50 m Länge.
Waldankaufskosten

Am 19. März 2025 erreichte mich die Urkunde, dass der Verkauf final abgeschlossen wurde. Angefragt wurde der Ankauf von mir am 9. Januar 2024.
Gekostet hat der Waldankauf
Wobei Leute auf Social Media zurecht anmerkten, dass noch die Grunderwerbssteuer kommen sollte – und auch das Grundbuchamt nochmal zuschlagen könnte. Für das Geld hätte ich die komplette Heizung fürs Stellwerk kaufen können.
Aber hey, jetzt hab ich einen schönen Wald, auf den ich schauen und nichts mit machen kann.
Aber das ist auch gar nicht so grumpy geschrieben, wie man es vielleicht lesen mag. Nervt mich das? Klar.
Aber sind das die Gesetze, und muss man bei solchen Projekten auch mit solchen Sachen rechnen? Ja. Und daher: weiter geht’s.
Dies und das
Das Solardach war eine März Füllende Arbeit, für mehr war keine Zeit.
Zur Rubrik Pfalzwerke / Netz hätte ich auch einfach wieder den Februar-Text kopieren können. Nichts Neues.
Wobei doch: Die Pfalzwerke Netz hab ich mal auf der normalen Kunden-Hotline angerufen. Ich wollte einfach mal wissen, ob noch irgendwas bearbeitet wird.
Nö.
Im System steht nichts, aber sechs Monate ist jetzt auch nicht ungewöhnlich.
(BITTE WAS?!)
Ich soll mich doch nochmal bis April gedulden.
Und bzgl. der Bau- / Umwidmungsgenehmigung kam noch nichts.
Hier ist man aber auch immer noch innerhalb der gesetzlichen Fristen.
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