
BAUGENEHMIGUNG!
( September/Oktober 2025 )
Ganze 2,5 Jahre nachdem mir ein freundlicher Bauamtsmitarbeiter am Stellwerk bei einem unangemeldeten Besuch auf der Baustelle mitteilte, dass ich mir das hier alles abschminken kann, habe ich endlich die Baugenehmigung bzw. Umnutzungsgenehmigung zu einem Ferienhaus.
Dem ganzen Bürokratie-Wahnsinn hatte ich ja zur Bauvoranfrage schon einen eigenen Blogartikel geschenkt, welcher – weil er mit dem Mittelfinger getippt wurde – im Giftschrank liegt. Aber ich pflege ihn, und ich ergänze ihn immer, wenn es mal wieder was Neues zu dem Thema gibt. Und irgendwann, wenn das alles endlich mal ein Ende hat, werde ich ihn veröffentlichen. Damit man einmal in seiner ganzen Pracht lesen kann, wieso immer weniger Leute Lust haben, Dinge in unserem Land (nein, ich bin kein scheiß „Patriot“) zu machen und sich lieber sagen: „Ne, lass ma 9–5-Job machen, das passt bis zur Rente. Lieber auf der sicheren Seite.“
Zwar ist die Baugenehmigung ein riesiger Schritt und oh Gott, bin ich am Tag, als der gelbe Umschlag mit förmlicher Zustellung bei mir eintraf, den restlichen Tag auf 180 durch die Bude gehüpft? JA MANN, JAA!!
Aber hier endet das mit der Bürokratie leider immer noch nicht. Nachdem die Freude verflogen war, hab ich mir dann mal das Kleingedruckte zu Gemüte geführt.

2) Ist klar: die ganzen Vorschriften, die die Bahn (Zaun z. B.), die Wasserbehörde (Logbuch für den Brunnen und Wassertest) und die Naturschutzbehörde (Zuwegung darf nicht versiegelt werden) gemacht hat.
3) Das ist neu: Man möchte jetzt ein Gutachten oder zumindest ein Schreiben eines Statikers haben, der die Tragfähigkeit der Bude unterschreibt. Hier ist aktuell noch fraglich, ob das Bauamt ein einfaches kleines Gutachten eines Statikers akzeptiert oder ob hier ganz großes Tennis gespielt werden muss – mit Kernbohrungen rund ums Stellwerk, die die Tragfähigkeit des seit 75 Jahren ohne Risse am Gebäude stehenden Fundaments bescheinigen.
4) Für das 1. OG hatte ich mich schon vorab damit abgefunden, dass mir dieses Fenster hier, welches ich als großes Festfeldfenster mit Aussicht erhalten wollte …
… flöten geht. Die Fenster zur Bahn hin sind als Rettungsweg tabu. Das einzelne Süd-Fenster ist durch das PV-Vordach nicht zugänglich. Das Blöde: Die Fenster haben mit ~1,9 m × 1,2 m ein Maß, in dem man das Fenster nicht mehr als einen zu öffnenden Flügel kaufen kann.
Würde man ein zweiflügliges Fenster einbauen, hätte die Öffnung eines Fensters aber nicht mehr die nötige Breite von 90 cm, da die Rahmen der Fenster eine gewisse Dicke haben. Jetzt könnte man sagen,…
… „mach doch ein asymmetrisches Fenster, dann passt das mit der Öffnung“. Jap, das ist korrekt. Jetzt kommen wir aber zum nächsten Punkt, den das Amt ziehen könnte. Natürlich im Nachhinein, wenn das Fenster eingebaut ist, für 1000 €.
Innerorts darf der 2. Rettungsweg durch die Feuerwehr hergestellt werden, durch eine Leiter, die sie außen anstellen. Jetzt liegt das Stellwerk aber im „baulichen Außenbereich“, und auch wenn die Feuerwehr zum benachbarten Daubenbornerhof eine noch längere Anfahrt hätte und vorher bei mir vorbeifährt, kann es bei mir heißen: „Sie müssen den Rettungsweg selber herstellen“, während der Daubenbornerhof, zu dem man nochmal 5 min länger fährt, eine Leiter anstellen darf. Weil dieser eben baulicher Innenbereich ist. 🤡
Die Leiter, die ich außen montieren müsste, darf zwar unterhalb des Fensters enden, aber dann muss außen eine Möglichkeit bestehen, dass man umgreifen kann, um sicher die ersten Stufen zu betreten. Diese Haltegriffe links und rechts vom Fenster außen dürfen aber auch nicht weiter als einmeternochwas auseinanderliegen. In dem Fall von 1,9 m hier also viel zu weit.
Die einzige Lösung, die ich jetzt sehe, ist, einen Balken zur asymmetrischen Aufteilung dort zu setzen. Rechts dann ein kleines, evtl. Festfeld-Fenster zu setzen und links das große mit der nötigen Rettungsöffnung. Aber nicht zu groß, damit die von außen montierten (gelb aufm Foto) Haltegriffe nicht zu weit auseinanderliegen.
Puh. Aber was willste machen, sie werden auf jeden Fall mit so einer Forderung ums Eck kommen, und daher will ich mir zumindest die 1000 € sparen. Denn diese unangemeldete Begehung, um die Rettungswege zu überprüfen, kannst du nicht beantragen; sie passiert, wenn du dein Geschäft aufnimmst. Also zu einem Zeitpunkt, wo der ganze Putz fertig ist, die Farbe an der Wand, die Böden drin – und du auf alles Lust hast, aber nicht darauf, nochmal Verkleidungen aufzureißen.
Was mich zum Erdgeschoss bringt. Nach meiner Lesart muss im Schlafzimmer des Stellwerks ebenfalls ein Rettungsweg hergestellt werden. Die lichten Maße der Fenster dort sind mit 59 cm × 94 cm viel zu klein. Wenn es brennt, steht natürlich kein Mensch davor und sagt: „Nein, da gehe ich nicht durch, das Fenster ist nicht nach Norm, ich verbrenne lieber!“ – aber es ist eben zu klein, um als Rettungsfenster durchzugehen.
Es gibt die Möglichkeit, auf einen 2. Rettungsweg zu verzichten bzw. die kleinere Bauform des Fensters zu akzeptieren, wenn man darlegen kann, dass man das technisch anders löst oder ausgleicht. Vorschrift in RLP sind Rauchmelder im Flur sowie in Aufenthaltsräumen, mehr nicht. Ich habe jetzt dieses Alternativkonzept dem Amt am 27.10. in den Briefkasten geworfen und warte mal auf die Antwort.
Das ist natürlich nur eine unverbindliche Anfrage, den richtigen Antrag auf das, was ich dort kurz mit Paint hingekritzelt habe, muss ein Brandschutzbeauftragter erstellen und einreichen. Es geht in der Anfrage mehr darum, abzuklopfen, ob es sich überhaupt lohnt, diesen zu beauftragen.
Bitte versteht mich nicht falsch, Menschenleben haben allererste Priorität, und ich selbst hab derzeit, wenn ich mal auf der Baustelle penne, immer ein ungutes Gefühl, weil ich keinerlei Sicherheitstechnik im Haus habe. Aber ich gebe mir bei dem ganzen Stellwerkprojekt auch irgendwie Mühe, das schön zu gestalten. Und auch wenn das, was schön ist, immer im Auge des Betrachters ist,…
… so sind wir uns doch hoffentlich einig, dass wenn man vier symmetrisch in die Fassade eingepasste Fenster hat, bei einem Gebäude, das wegen „seiner Prägung für die Landschaft“ überhaupt erst eine Baugenehmigung erhalten hat, jetzt nicht hingeht und eines um 10–20 cm aufweitet …
Aber Hoffnung habe ich wenig auf ein Entgegenkommen. Die Alternativlösung ist, ein Fenster rückseitig zu den Gleisen nach unten aufzuweiten und eine Terrassentür einzubauen.

Auch auf dieser Seite sind die Fenster symmetrisch angeordnet, aber mit der Tür-Lösung könnte ich leben. Dort müsste dann auch nochmal eine kleine Leiter angebracht werden. Wer sich jetzt fragt: „Aber dann mach doch die Tür-Lösung auf die andere Seite, da musst du keine Leiter anbringen??“ – ja, aber zum einen finde ich die Optik an der Gleisseite um einiges erhaltenswerter als hier an dieser Rückseite, zum anderen bräuchte ich für die Aufweitung auf der Bahnseite die Genehmigung von DB InfraGo und DARAUF hab ich so gar keinen Bock.
Der Vorteil dieser Lösung ist obendrein: Da ich das Fenster nur nach unten aufweite, ist zwar eine weitere Genehmigung des Bauamts dafür nötig, aber da ich den Fenstersturz oben nicht anfasse, kein Architekt/Statiker.
5) Das Gebäudeenergiegesetz findet hier nun doch Anwendung. Für Wochenend-/Ferienhäuser zählt es eigentlich nicht, weil nicht dauerhaft bewohnt. Das ändert sich, wenn man es ganzjährig vermieten könnte. Das Ganze hat aber eigentlich keine Auswirkungen: Das Dach habe ich bei der Sanierung schon über die gesetzlichen Anforderungen hinaus gedämmt, und eine Heizung, die älter als 30 Jahre und damit zu ersetzen wäre, gab es nicht.
6) Rauchmelder sind selbstredend. Dafür bräuchte ich keine Vorschrift, das mache ich schon aus eigenem Überlebensinteresse.
Länglicher Gedankenmonolog zur Baugenehmigung
Man sieht: Selbst jetzt ist noch immer nicht alles in trockenen Tüchern, und man findet noch genug, um eine Vermietung später unmöglich zu machen. Was schade wäre. Ich würde lügen, wenn ich nicht sagen würde, dass es toll wäre, wenn wenigstens ein kleiner Teil der Investitionen wieder reingeholt werden könnte. Aber ein genauso großer Teil möchte dieses historische Gebäude tatsächlich sehr, sehr gerne den Leuten zugänglich machen, damit sie dort ihren Urlaub oder ein Wochenende verbringen können – und es nicht der x-te Urlaub in einem seelenlosen Bettenbunker wird.
Naja. 😔
Was aber mit der Umnutzungsgenehmigung definitiv erreicht ist: Ich darf es jetzt innen umbauen, und man kann mir nun keine „nicht genehmigte Nutzungsänderung“ mehr vorwerfen. Was zur Folge hätte, wenn man es ganz streng auslegt, dass das Gebäude sogar seinen Bestandschutz verlieren würde und man eine Abrissverfügung bekommt. Das private Nutzen als Ferienwohnung ist also safe.
Jetzt muss man aber mal Folgendes bedenken – und darauf bin ich leider doch sehr stolz, und es ist de facto jetzt schon mein Meisterstück an dem ganzen Projekt: Diese Bau-/Umnutzungsgenehmigung ist nichts, was jedem zuteil wird für solch ein Gebäude. Eigentlich ist es eine Seltenheit. Wer hier schon länger mitliest, kann sich vielleicht an das Stellwerk in Odernheim erinnern – Nutzung als FeWo nie offiziell genehmigt. Der „Kollege“ aus Gerolstein, der das Stellwerk offensichtlich saniert hatte und dem die Nutzung untersagt wurde. Auch andere ehem. Stellwerke, wenn sie mal verkauft werden, haben sehr oft den Zusatz: „Nutzung als Gewerbe/Wohnraum stark unwahrscheinlich“. Stehen die Stellwerke innerhalb einer Ortschaft, sieht die Welt schon besser aus. Das Schreckgespenst Zersiedelung ist dann nicht mehr vorhanden. Dann werden die Gebäude auch mal zum Mehrfamilienhaus Hochdahl oder gar zur Kneipe/Discothek (Hochspeyer) oder zum EFH wie in Ebernburg oder Gensingen genehmigt.
Aber selbst dann ist es kein Selbstläufer. So wurde eine Umnutzung eines Stellwerks in Trier verboten. Die Begründung war dort, das Gebäude würde im Lärm der Eisenbahn versinken (obwohl es drumherum Mehrfamilienhäuser gibt), und es würde ein Nachahmereffekt von anderen Stellwerksbesitzern erwartet. Hier geht zu einem Pressebericht. Und wer sich ganz hart reinknien möchte, hier zum Gerichtsurteil. Was mir dort total fehlt, ist, dass es bereits damals schon etliche innerstädtische ehem. Stellwerke gab, die umgenutzt wurden.
Stellwerke, die so richtig außerhalb liegen und das genehmigt bekommen haben, sind mir keine bekannt. Meist schließt sich dann, sofern sie nicht abgerissen werden, eine Nutzung als Museumsstellwerk an. Oder als Vereinsheim für Eisenbahner.
Man muss aber auch sagen: Ohne die Ortsgemeinde Enkenbach-Alsenborn und im Besonderen den Bürgermeister Jürgen Wenzel (CDU) wäre das nicht möglich gewesen.
Als ich im 4 Augen Gespräch mit dem Bauamt gesagt bekommen habe „Das können Sie sowas von vergessen“ und einen Architekten/Anwalt suchte, der mir das möglich machen könnte, wurde mir gesagt: „Die Meinung der Kreisverwaltung zu solchen Vorhaben ist mir leider hinlänglich bekannt. Ohne einen oder mehrere politische Fürsprecher können Sie das vergessen.“ Was ja dann dazu führte, dass ich die erste PowerPoint-Präsentation meines Lebens gemacht habe…
Er hat sich dann Zeit für unsere Anliegen genommen, hat später mit uns nach Möglichkeiten gesucht, das Waldproblem, das die Kreisverwaltung erschaffen hat und woran sich nun überhaupt keiner mehr stört, obwohl sich am Baumbestand 0 geändert hat, zu lösen. Als der Waldverkauf dann endlich durch war – und nochmal: Das war alles nicht selbstverständlich, die Ortsgemeinde hätte auch sagen können „Was interessiert es uns?! Wir verkaufen hier gar nix“ – hat sich die Kreisverwaltung ja nochmal einfallen lassen, dass sie zusätzliche Unterschriften vom Bürgermeister braucht, die ich einholen sollte.
Kommentiert wurde mir das mit: „Oder hat der OB da evtl. was dagegen? 😏“ Selbst da hat er binnen 24 h den Zettel unterschrieben zurückgeschickt!
Und das ist vielleicht auch so ein wenig das Resümee.
In den 30 Monaten habe ich ziemlich viele Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes kennengelernt. Es gibt dort Licht und Schatten, wie überall – und damit meine ich gar nicht die Aufteilung in Leute, die mir und meinem Anliegen wohlgesonnen sind oder nicht. Sondern ich habe auch positive Erfahrungen mit Mitarbeitern gehabt, die dem Ganzen eher negativ gegenüberstanden. Das waren dann aber Mitarbeiter, die haben verkürzt gesagt: „Schauen Sie mal. Das können Sie so, wie Sie das planen, komplett vergessen. – Aber versuchen Sie es doch mal so oder so. Oder vielleicht treffen wir uns bei Mittelweg XY.“ Dann trifft man natürlich auch auf Gewerke, da weißt du nicht, ob es Böswilligkeit, Überlastung oder Unfähigkeit ist – oder eine Mischung aus allem.
Die schlechtesten Erfahrungen waren die, wo einfach lapidar „Nein, weil §“ gesagt wurde. Dann hat man sich selbst eine Woche in die Recherche gesetzt, einen Lösungsweg gefunden, ist zu der Person wieder hin – und die sagt einfach direkt: „Ja, damit können wir weitermachen.“ Die Person wusste die Lösung schon bei der Ablehnung. SOWAS finde ich einfach nur böswillig.
Der bleibende Schaden
Irgendwann in so einem §-Prozess gibt es ja nur noch: weitermachen. Und irgendwo hatte ich auch Spaß an der Sache – bzw. jetzt immer noch. Ich muss aber ehrlich zugeben: Ich werde NIE NIE NIE NIE NIIIIIIEEEE wieder irgendetwas in Deutschland versuchen zu realisieren, wo ich auch nur im Entferntesten mit einem Amt kommunizieren muss. Ich will hier jetzt keine politische Brandrede halten, jeder kennt aber die überbordende Bürokratie als Thema in den Medien. Ich glaube aber, Leute, die wie ich auch noch vor kurzem einfach ausschließlich einer Lohnarbeit nachgehen, haben nicht im Entferntesten eine Ahnung, wie kaputt das ganze System ist. Der Witz mit dem Passierschein A38 gehört eigentlich verboten. Ja, verboten. Er stellt das Problem als etwas Lustiges dar: Da muss jeder mal durch, hihi, hoho, kennste, kennste.
In Wahrheit geht uns durch solche Scheiße sehr viel Wirtschaftsleistung verloren.
Und ich wehre mich gegen die Aussage: „Leute, welche die Bürokratie zusammenstreichen wollen, wollen eigentlich nur, dass Regeln für sie nicht mehr gelten!“ Dann schauen wir uns jetzt mal nur meinen Fall an: Am Ende hat sich einfach nichts zum Status vorher geändert. Die Zuwegung ist geblieben, der Brunnen auch, der Wald, durch den am Anfang Gefahr für Leib und Leben bestand, darf jetzt unberührt stehen bleiben, und weil man noch nicht genug hat, geht das Ganze jetzt vermutlich mit dem Brandschutz weiter, wo das Fluchtfenster im Schlafzimmer nicht der Normgröße entspricht – wohlgemerkt in einem Bestandsbau. Jeder versucht einfach nur noch, seinen Arsch in Sicherheit zu bringen; niemand ist mehr dafür da, Dinge möglich zu machen. Eigentlich bräuchte es auf den Ämtern Manager und keine Juristen.
Versicherungstechnische Gründe!!! Da wacht der Deutsche nachts wie ein Schwerkranker schweißgebadet auf. Im schlimmsten Fall noch mit Symptomen des Datenschutzes.
Dinge, die im EU-Ausland ohne negative Folgen seit Jahrzehnten keine Probleme sind, gehen bei uns nicht – einfach wegen Bedenkenträgertum.
Kostenpunkt Bürokratie
Wenige Wochen vor der Baugenehmigung kam noch eine Rechnung vom Bauamt bzgl. der Baulasteintragung des Waldwegs – 520 €, darin enthalten ein Aufschlag um 100 %, weil ich ja mal beabsichtige, ein Gewerbe zu betreiben. Naja, eigentlich vermiete ich ja nur, aber okay. Die Baugenehmigung selbst kostete „nur“ 272 €.
Auch wenn der ganze Bürokratieschmonz noch nicht final ist, wegen Brandschutz und Statik, möchte ich mal eben eine kleine Liste machen, was der Bums bisher gekostet hat. Aufgelistet sind die Kosten für staatliche Einrichtungen, aber auch die für externe Firmen, die durch die staatliche Einrichtung erst fällig wurden. Den Waldankauf kann man jetzt so oder so sehen – ich bekomme ja immerhin ein bisschen Wald in meinen Besitz, den ich aber weder nutzen noch einzäunen darf, aber … ja.
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Vorkaufsrecht VG Enkenbach
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Grundbucheintrag Stellwerk
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Katasteramt Gebühr f Waldankauf
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Vermessungsbüro Waldgrundstück
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Architekt für komplettes Aufmaß + Baugenehmigung Stellwerk
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Katasteramt Gebühr f Waldweg
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Baulast Eintragung für Waldweg
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11.458 €
Der Kaufpreis des Stellwerks war übrigens 10.000 €. Aber hey, der Betrag ist sicher gut in das Gemeinwohl unseres Gesellschaftlichen Zusammenlebens investiert.
Heizung
Das Heizkonzept im Stellwerk besteht seit 2 Jahren aus einem Holzherd in der „Küche“. Die Baustellenlösung wird den Bau zwar überstehen und auch später dort ihren festen Platz haben, aber seien wir mal ehrlich: Von den Gästen wird das keiner benutzen, sondern eher als Bestandteil der Optik wahrnehmen.
Jetzt sind aber bekanntermaßen zwischen dem letzten und dem kommenden Winter die Wasserleitungen eingezogen und auch in Betrieb, und somit musste dann jetzt auch mal dieses Thema angegangen werden. Ich glaube, ich hatte mich zu dem ganzen Thema Heizung bisher nur auf Social Media ausgelassen; zumindest konnte ich im Blog nichts finden – und daher kommen wir zur großen Energieträger-Reveuu.
Oder erstmal: Womit wurde das Stellwerk eigentlich vorher geheizt? Ursprünglich, also zu Bahnzeiten, gab es in der heutigen Küche einen Kohleofen. Der muss auch schon wassergeführt gewesen sein, weil teils 10 cm dicke Rohre von dort in den Bedienraum liefen und hoch aufs Dach, wo ein kleiner Pufferspeicher mit Überdruckventil verbaut war.

In der privaten Nutzung danach wurde am gleichen Ort eine Propangastherme installiert, der Tank dazu befand sich draußen, wo heute der Abwassertank liegt. In den einzelnen Räumen dann die typischen Heizkörper. Selbstredend, dass weder der Boiler noch die Heizkörper oder Leitungen die 20 Jahre Lost Place überlebt haben.
Die Leute, welche das Stellwerk in den 80ern umgebaut haben, hatten im OG auch noch einen Kachelofen eingebaut. Dieses Bild hier, welches auf Google Street View aus dem Jahr 2018 zu finden ist, zeigt den Ofen noch in einem ziemlich guten Zustand – das sah dann aber 2022, als wir das wieder übernahmen, schon gaaaaaanz anders aus.
Ergo wurde das Gebäude ohne Heizung übernommen, was aber auch eine wunderbare Möglichkeit bietet, ohne Vorlasten, die man vielleicht aus finanziellen Gründen weiter nutzen möchte, neu anzufangen.
Was steht zur Auswahl?
Heizöl 🔴. Brauchen wir nicht drüber reden, oder? ODER?
Erdgas 🔴. Nicht vorhanden, nächste Gasleitung liegt 5 km im Nachbarort.
Fernwärme 🔴. Gibt’s in Kaiserslautern, 10 km. Hat sich auch erledigt.
Propangas 🔴 per Außentank. Ich hatte drüber nachgedacht. Aber seien wir mal ehrlich, diesen ganzen Bums heute neu einzurichten? Die Auflagen für den Tank, seinen Aufstellort und die feuerpolizeilichen Sonderauflagen sind vermutlich wieder göttlich. Dazu kommt – um ehrlich zu sein weiß ich nicht, ob das heute noch so ist – dieses seltsame Geschäftsgebaren der Propangasfirmen, die dir den Tank befüllen dürfen, wann sie das für richtig halten, und nicht dann, wenn der Gaspreis niedrig ist. Dazu käme: In jedem Raum müssten wieder Heizkörper installiert werden – und die Leitungen dorthin gezogen. Davon ab, dass das nicht wenig Geld kostet, bleibt das Problem, die Leitungen zu verstecken. Anders als bei den Vorbesitzern, die alles unter Putz oder Rigips versteckt haben, bleiben die Sandsteinwände jetzt offen. Und ehrlich gesagt, ich habe schon genug Arbeit damit, die Stromleitungen optisch ansprechend zu verstecken. Ein durch die CO₂-Bepreisung zukünftig steigender Gaspreis stünde zwar auch noch im Raum, aber das sehe ich ehrlich gesagt nicht kommen. Bevor die Bevölkerung auf die Barrikaden geht, wird man diese Bepreisung bald eh abschaffen.
Pellets 🔴. Auch hier wieder die nötigen Heizkörper und es bräuchte einen extra Raum für die Pellets oder ein Silo. Preislich finde ich Pellets auch nicht wirklich attraktiv.
Holzvergaser 🔴. Hätte ich ja Bock drauf gehabt, mit einem Holzvergaser arbeite ich zuhause im EFH seit gut 13 Jahren. Besonders wenn man an den Brennstoff kostenlos rankommt (was relativ leicht ist, wenn man nicht zu wohlstandsverwahrlost aka faul ist), heizt man das ganze Jahr kostenlos, abzüglich Fixkosten für Schornsteinfeger und Spritkosten, das Holz zu holen. Leider besteht aber auch hier das Problem, dass es dafür Heizkörper braucht. Auch der Ofen selbst benötigt viel Platz. Am Ende ist diese Lösung aber leider auch eines: nicht mit Urlaubern/Gästen zu vereinbaren.
Solarthermie 🔴. Hätte man als Add-on zu den heizkörpergebundenen Lösungen installieren können. Aber wenn man ehrlich ist: ST hatte seine Zeit. Die endete aber, als sie von der Photovoltaik rechts überholt wurde mit Modulleistungen von 400 Wp+. Wer noch so eine Anlage auf dem Dach hat: fein. Aber die bei mir zuhause auf dem EFH wird sie bei der nächstgrößeren Reparatur auch stillgelegt.
Elektroheizung 🔴 aka Nachtspeicheröfen. Wäre easy zu installieren gewesen, aber der Wirkungsgrad ist mit 1 kW Strom rein, 1 kW Wärme raus, unter aller Sau.
Infrarot-Heizungen 🟡. Gleiches Problem: zum Heizen eines ganzen Raumes wegen des schlechten 1:1-Wirkungsgrades ungeeignet. IR-Sachen sind aber top, wenn man nur einzelne Spots wie z. B. einen Sitzplatz beheizen möchte, da dann nicht der ganze Raum aufgeheizt werden muss. Und daher ist das die erste Technik in der Liste, die dann auch in Teilen ins Stellwerk einziehen wird.
Holzeinzelöfen 🟡. Als alleinige Lösung für das Stellwerk leider keine Möglichkeit. Abgesehen vom Bequemlichkeitsfaktor und der fehlenden Frostsicherheit für das Gebäude im Winter bekommt man so nur die Küche und das zukünftige große Wohnzimmer beheizt. In der Küche wird aber, wie gesagt, dauerhaft der Holzherd stehen bleiben, oben im OG steht bereits ein noch nicht angeschlossener Holzofen. Ob es dann der wird oder ob ich nochmal ein paar Euro in die Hand nehme und einen Kachelofen nachrüste, steht noch in den Sternen. So oder so, die Holzöfen werden Teil des Heizkonzepts – aber eher als Backup für einen Blackout ( wenn DB InfraGo mir die Stromleitung zerstört), für die Gemütlichkeit oder einfach, um wenn wir dort residieren, die Heizkosten zu drücken. Die Kosten von ~50 €/jährlich für den Schornsteinfeger werden dann aber leider Pflicht.
Wärmepumpen, hier unterscheidet man nochmal in verschiedenen Unterkategorien:
Sole/Wasser-Wärmepumpe 🔴: Auch hier wieder Aufbau einer kompletten Heizungsanlage nötig. Davon ab kostet die Erdbohrung nicht nur Dreimarkfuffzich, die Bahn hat 50 m links und rechts der Bahntrasse ein Vetorecht bzgl. solcher Bohrungen und alleine der Genehmigungsprozess…
Luft/Wasser-Wärmepumpe 🔴: Mein altes Problem mit der Heizkörperproblematik. Ach so, falls jemand beim Lesen die ganze Zeit in die Tischkante beißt: Mir ist natürlich bewusst, dass es nicht nur schnöde Heizkörper an der Wand gibt, sondern neben Fußbodenheizungen (nicht möglich, Aufbauhöhe fehlt im OG) auch Wandflächenheizungen. Es bleibt aber auch hier: Ich benötige einen Heizungsraum für die Technik – welcher nicht vorhanden ist. Oder nur geschaffen werden könnte, wenn auf anderes, wie eine Dusche, verzichtet worden wäre.
Luft/Luft-Wärmepumpe aka Klimaanlage 🟢. In meinen Augen einfach DIE Lösung, um einen Altbau finanziell am besten zu beheizen. Bei einem Ferienhaus gleich doppelt. Die Fixkosten sind 0 €. Abgesehen von Reinigungen des Innenraumfilters benötigen diese Anlagen keine Wartung. Der Kreislauf für das Kühlmittel ist ein geschlossenes System und bei einem Kühlschrank lässt man auch nicht einmal im Jahr den Techniker kommen, sondern handelt eben, wenn er nicht mehr kühlt.
Der Vorteil der Klimaanlage ist natürlich – steckt schon im Namen –, dass das Ding auch im Sommer kühlt. Und was das Heizen im Winter angeht: Es gibt die Teile in einer gewissen Breite, was die Effizienz angeht. Die günstigen Geräte aus der ~500€-Preisklasse kommen mit 1:2-Werten daher, und die derzeitige Grenze nach oben im Endkundenbereich ist wohl 5,9. Also: Man steckt 1000 W rein und bekommt 5900 W Wärme wieder raus. Natürlich ist es wie in allen Bereichen: Während man 80 % der Topleistung zu einem guten Preis bekommt, muss man für die zusätzlichen 20 % einen lächerlich hohen Aufpreis bezahlen.
Aber Klimaanlagen haben natürlich auch ihre Nachteile. Man darf sie nach § nicht selbst befüllen und in Betrieb nehmen – das betrifft auch die gern genommene Lösung mit vorgefüllten Schläuchen aus den Baumärkten. In der Realität interessiert das keinen Menschen, und wenn man keine Nachbarn hat, die so etwas den Behörden melden, oder ein Bauamt, das einem aus iiiiiirgendwelchen Gründen eh auf die Finger schaut (zwinki zwonki 😉), ist das eine gangbare Lösung. Mittlerweile kommen auch Klimaanlagen auf den Markt, die mit Propangas als Kältemittel befüllt werden – das darf man dann auch als Privatmann ohne Kältemittelschein.
Ein weiterer Nachteil, der oft genannt wird, sind störende Lüftungsgeräusche, Vibrationen, die sich auf das Gebäude übertragen und ein tiefes Brummen erzeugen, und die Optik. Jetzt ist es aber wie in so vielen Bereichen des Lebens: Manche Probleme handelt man sich nur ein, weil man am falschen Ende spart – bezogen auf die Lüftungsgeräusche. Oder weil man einen Handwerker mit wenig Elan erwischt, dem es egal sein kann, ob nach der Installation die Wände brummen. Zu all dem kommen wir aber jetzt.
Klimaanlagen Einbau
Doch bevor etwas eingebaut wird, erstmal sondieren, in welche Räume man überhaupt was verbauen möchte.
Geworden ist es jetzt mal diese Planung für das EG. Das OG bleibt erstmal noch ein unbeheizter Rohbau. Das Schlafzimmer bekommt eine eigene Inneneinheit (siehe rote A/C-Beschriftung) sowie der Flur. WC, Dusche und Küche bekommen keine eigene Klimaanlage, sondern werden von der Klima im Flur mit auf eine gewisse Grundtemperatur gehalten. 21 °C wird es darin natürlich nicht.
Jetzt kann man sich natürlich vortrefflich streiten, ob diese Räume dauerhaft auf 21 °C gehalten werden müssen, und es wird auch hier Befürworter für „Es muss in jedem Raum durchgehend warm sein, auch wenn ich ihn nur 10 min am Tag nutze“ geben. Ist notiert, interessiert mich aber nicht.
Aber natürlich will man auch nicht bei 6 °C aufm Pott sitzen oder bei 10 °C kochen. Hier kommen nun die Infrarot-Panels ins Spiel, welche auf der Karte gelb eingezeichnet sind. Im WC in Form eines beheizten Spiegels, der von vorne Wärme abstrahlt, während man sich dort zurechtmacht. In der Dusche wird es nach aktueller Planung eher ein Strahler wie man ihn von der Terrasse kennt – diese gibt es auch in hübsch und nicht nur in der Stahl-Lamellengitter-Optik. Und in der Küche wird der Fliesenspiegel eingespart: Dort kommt eine große Platte in Schieferoptik hin, welche gleichzeitig auch die Infrarotheizung ist.
Alle drei IR-Heizungen werden mit einer Art Timer ausgestattet: Der Gast drückt einen Knopf und dann bleibt das IR Panell X Minuten warm. Dann hat man entweder den Raum verlassen – oder drückt eben nochmal darauf. Gleichzeitig achtet ein Thermostat darauf das man bei 21°C Raumtemperatur soviel auf den Knopf drücken kann wie man möchte.
Ich weiß, Menschen im Urlaub haben einen gewissen Hang zu „ES IST JETZT URLAUB, ICH WILL AUF NICHTS ACHTEN MÜSSEN UND ALLES MUSS INKLUSIVE SEIN!“. Ich fühl das. Aber ich bin jetzt auch auf der anderen Seite und will solchen Menschen, die freitags alles auf 100 % stellen und dann bis Sonntag nur zum Pennen ins Stellwerk kommen, eben auch etwas vorgreifen. Und so bleiben die Übernachtungskosten auch für die niedrig, welche verantwortungsvoll mit der Energie umgehen – niemand muss den Verschwender querfinanzieren.

Zuhause habe ich im Schlafzimmer vor Jahren einen Baumarktkracher eingebaut. Ich finde weiterhin, diese Produktkategorie hat ihre Daseinsberechtigung, um im Sommer einen Raum zu kühlen und hin und wieder mal im Expressmodus zu erwärmen, weil Heizkörper ja doch etwas träge sind.
Ich finde aber auch: Wenn die Klimaanlage die Hauptlösung zum Beheizen eines ganzen Hauses oder einer Wohnung sein soll, sollte man lieber Abstand nehmen von solchen Herstellern. Aber egal, für welchen man sich entscheidet – es wird, und so kam es auch auf Social Media (besonders auf Threads), jede Menge Leute geben, die dir lieber zu Hersteller X statt Y geraten hätten. Und natürlich auch die Leute, die dir schreiben: „Tja, du Trottel, hab ich für 1/3 des Preises bekommen, von Hersteller X.“
Eigentlich hatte ich die Panasonic Heatcharge ins Auge gefasst, mit ihrer sagenhaften Effizienz von 5,9. Das Blöde ist aber: Die gibt es nicht als „Dual Split“. Das bedeutet, zwei Innengeräte hängen an einem Außengerät. Da muss man dann zur Etherea-Serie von Panasonic greifen, welche im Dual Split schon nur noch auf 4,6 SCOP kommt – was die anderen Hersteller auch schaffen.
Gekauft habe ich die Klimaanlage dann letztendlich in Italien beim Shop climaconvenienza.it. Der Preis ist ungefähr die Hälfte ggü. deutschen Shops und ca. 1/3 ggü. Handwerkern, welche dir das Gerät einbauen. Wohlgemerkt: Für den Aufpreis von +200 % gibt es die Klima nicht eingebaut – sie verkaufen sie dir nur.
Bevor ihr die nicht vorhandene Kommentarspalte sucht: Wartet kurz.
Mir sind die ganzen Gründe gegen einen Kauf im Ausland bewusst – aber sie sind mir einfach sowas von scheißegal bei einem Preisunterschied von 4.000 €.
„ABER DIE GARANTIE!!!!“
Ja, die läuft über Italien. Sollte was dran sein, muss ich sie bei der italienischen Firma in Italien einfordern. Das ist natürlich fast unmöglich. Die Garantie beläuft sich aber auch nur auf 24 Monate und jetzt ist das auch kein Kühlschrank, den du dir in die Ecke stellst, sondern jemand muss da nochmal aktiv Arbeit in die Installation stecken. Genau das, wo Händler sich dann anfangen rauszureden: Die Beschädigung wird nicht ab Werk, sondern durch den Installateur kommen. Diesen Beef habt ihr so 1:1 auch mit deutschen Händlern.
Und selbst im allergrößten Worst Case, dass die Außen- oder Inneneinheit stirbt, habe ich immer noch zwei ganze Komplettanlagen „frei“, bis ich auf dem Preis beim örtlichen Handwerker komme!
„Du darfst die aber nicht selber einbauen!!!!“
Ja, ist mir bewusst, das macht auch eine Firma. Ich werde einen Teufel tun – auch wenn ich es mir zutrauen würde – das selber zu machen. Bauamt und so.
„Ach ja, und wer ist so blöd und baut dir was ein, was du im Internet gekauft hast???“
← Der Satz kommt in den Socials meist von Leuten, welche selbst eine Firma am Laufen haben und sich darauf spezialisiert haben, ihre Sachen zu +200 % + Einbau an irgendwelche Gieselas und Huberts zu verkaufen. Wobei ich mich da auch immer frage: Wenn ihre Bude SO gut läuft, wo kommt die Zeit her, sich in den Socials ständig um sowas zu kümmern? Oder ist das Auftragsbuch doch nicht so voll?
Die Lösung ist jedenfalls einfach: Du öffnest Kleinanzeigen oder Handwerkerportale wie myHammer, sagst, du suchst jemanden, der dir Klima XY in Z einbaut – und dann kommen ein Haufen Handwerker auf dich zu.
Was es dann noch braucht, ist ein ordentlicher Grützefilter. Bei mir ist der so eingestellt:
- Nie den günstigsten nehmen
- Keine neuen Accounts
- Alles mit schlechten Bewertungen ignorieren, sei der Preis noch so attraktiv
- Leute, die keinen ganzen Satz schreiben können oder Grundkenntnisse in Grammatik beherrschen – tschö.
Und selbst wenn: „Das repariert dir niemand!!!“
Ist halt auch Quatsch. Die Modellnummer der Geräte ist die gleiche wie bei denen, die in DE verkauft werden – Ersatzteile bekommt man also.
Und was den Handwerker angeht, sollte man einen brauchen: siehe oben.
Bari🇮🇹 -> Stellwerk 🇩🇪 , in ̵5̵ 8 Tagen!
Bezahlt wurden die 2.000 € per PayPal, für den Versand von Italien nach Deutschland wurden 110 € fällig. Ich hab mich auf eine Versandzeit von, keine Ahnung, 3 Wochen eingestellt. Aber weit gefehlt. Die am Sonntag bezahlte Ware wurde montags kommissioniert und Montagnachmittag an die Spedition übergeben. Nach einer kurzen Sortierung in München am Mittwoch konnte ich schon in einem Webinterface die Zustellung wählen. Freitag!
Krass – in nur 5 Tagen von Bari, dem untersten Ende Italiens, zu mir nach Südwestdeutschland. Ich glaube, ranzige 5-kg-DHL-Pakete brauchen mittlerweile genauso lange.
Donnerstags war die Palette bereit in meiner Region, aber dann hat der deutsche Personalmangel reingeschissen. Ich bekam einen Anruf, dass die Zustellung Freitag nicht funktionieren wird – keine Fahrer. Es wurde dann Montag. Was ich aber immer noch beeindruckend finde dafür, dass die Palette „Linie“ gefahren ist und nicht per Kurier.

Split-Klimaanlagen bringen leider etwas mit sich, was viele stört: die Optik. Auch wenn ich glaube, dass ein nicht geringer Teil der Leute, die sich wegen der Optik stören, sich gar nicht an dieser stören, sondern einfach nur, weil es eben etwas Neues ist, woran sich das Auge im Alltag erst gewöhnen muss. Aus Erzählungen weiß ich, dass in den 1960ern gegen UHF-Antennen auf den Dächern gewettert wurde. In den 80ern/90ern waren es dann die aufkommenden Satellitenschüsseln. In den 00ern die Mobilfunkmasten – wobei dort dann noch die Leute mit Angststörungen bzgl. Strahlung dazukamen – und in den 2010ern waren es die DSLAM-Kästen an den Straßenrändern, welche die alten Bundespost-Kästen ablösten.
Ich will sagen: In 10 Jahren stört sich niemand mehr an den Außeneinheiten. Man muss sie aber auch nicht maximal hässlich anbringen wie dort oben.
Am einfachsten wäre es gewesen, die Außeneinheit auf der Schienenseite zu montieren. Ich hab der KI mal gesagt, sie soll mir eine Außeneinheit in Braun (müsste man dann umlackieren, weil die Gehäuse meist grau daherkommen) montieren. Denkt euch den Kanal bis zum Dach weg – die KI war zu blöd, diesen mittig enden zu lassen.
Die zwei linken Fenster gehören dem Flur, die zwei rechten dem Schlafzimmer. Aber, um ehrlich zu sein, ich würde diese Seite gerne soweit im Originalzustand halten und von modernen Anbauten verschonen. Obendrauf kommt, dass ich eeeeiiiigentlich auf der Seite in Bodenhöhe gar nichts montieren darf, laut Bahn. Und auch wenn das vermutlich nie jemand kontrollieren wird – ich hab keinen Bock, die Technik irgendwann umsetzen zu müssen.

Es wird also die Rückseite des Gebäudes. Ich bin echt schlecht im Planen auf Papier, daher die Klima einfach mal hingestellt und so geschaut, wo ich oben durch die Wand muss (man siehe den Bohrer oben mittig) und wie groß das Fundament sein muss.

Womit wir schon bei der nächsten Glaubensfrage im Themengebiet Klimaanlage sind: dem korrekten Aufstellort. Ich vermute ja, da gibt es nicht die Wahrheit. Es gibt Leute, die machen ein Schotterbett und nehmen „Bigfoot“-Füße – das sind so Gummigranulat-Batzen, die an Speedbumper auf der Straße erinnern. Dann gibt es so Leute wie mich, die gießen ein Betonfundament. Und dann gibt es noch so Leute, von denen mir der Klimatechniker später erzählen wird – die stellen die Klimaanlage einfach auf den Rasen. Ohne alles. 😏
Worauf sich alle einigen können oder besser sollten: Die Klima muss exakt im Lot stehen und sollte dieses Lot über die Jahre auch besser nicht verlieren. Sonst hat man irgendwann einen Lagerschaden.
Die Frostgrenze ist bei uns 60 cm, ich habe also ein 70 cm tiefes Loch ausgehoben und es zu 60 cm mit Frostschutzschotter befüllt. Nach jeder Schicht mit dem Handstampfer verdichtet.

Man meint es gar nicht, aber in das kleine Loch gingen ganze 800 kg Schotter. Der Schotter verhindert, dass sich das Fundament, das ich jetzt obendrauf mit einer Stärke von 20 cm gießen werde (10 cm davon über der Erde, es musste also noch eine Schalung gebaut werden), nicht bewegt.

Das sorgt dafür das die Klimaanlage, hoffentlich, auch noch in Jahren korrekt im Lot steht.

Diverse Leitungen müssen von der Außen- zur Inneneinheit geführt werden. Zwei Kältemittelleitungen, ein 4-adriges Stromkabel und ein kleiner Schlauch für das Kondenswasser. Das Ganze dann hier ×2, da innen zwei Einheiten betrieben werden. Auch hier gibt es wieder unzählige Möglichkeiten, die Leitungen zu führen.
Bei temporären Lösungen wie dem Wasserhahn auf dem Bild habe ich auch keine Probleme, irgendwelche billig scheiße aussehenden Lösungen hinzurotzen. Was ich hier aber wirklich sehr gerne vermeiden würde, ist die gut-und-günstig-Lösung, die man derzeit an so vielen Häusern sieht: der weiße Aufputz-Klimakanal aus Plastik. 😣
Ich verstehe den Einsatz dieser Kanäle durchaus – sie sind eine praktikable Lösung, günstig zu haben, und jeder Handwerker nimmt die gerne her, weil er damit die Arbeit bedarfsgerecht erstellen kann. Die Frage ist dann aber immer: Will man die nächsten X0 Jahre auf etwas bedarfsgerechtes schauen?
Die Wahl ist dann auf Fake-Regenfallrohre gefallen. Also, es sind echte Regenfallrohre, aber ich benutze sie praktisch als Kabelkanal. Der Riesenvorteil ist – und hier sind wir wieder beim Anfang – Regenfallrohre an Gebäuden werden nicht als störend empfunden, sie sind halt schon immer da.
Zweifelsohne: Die Kosten sind höher und die Arbeit ist ein Vielfaches. Die Klimakanäle haben den Vorteil, dass man die Leitungen von vorne „einlegen“ kann und dann clipst man die Kanäle zu. Hier muss man die Leitungen von unten nach oben durchführen.
Und diese Kältemittelleitungen – also eigentlich nur relativ dünne Kupferrohre in Isolierung – mögen eines ganz besonders nicht: geknickt zu werden. Einmal geknickt, weil man den Radius beim Biegen zu eng gewählt hat, und die Leitung ist unwiederbringlich defekt. Dementsprechend waren die Warnungen in diversen Videos davon.
Das Verlegen der Klimaleitungen ist – zumindest wenn man sie in geschlossene Rohre verlegen möchte – definitiv ein Job für zwei Personen. Als erstes haben wir die Leitungen grob von der Außen- zur Inneneinheit gelegt + ein wenig Reserve an beiden Enden, damit der Techniker sich das so zurechtbiegen kann, wie er es braucht.
Die Regenrohre selbst waren auch ein leichtes Problem. Um so viele Leitungen darin verschwinden zu lassen, die dann auch noch gar keinen Bock auf Knicke haben, sollte der Durchmesser relativ groß sein. In den Baumärkten gibt es für gewöhnlich 80-mm-Rohre, manchmal 100 mm. Größere gibt es dann nur beim Dachdecker-Fachhandel. Die gewünschten 150 mm hatten aber selbst die nicht, und selbst bei den dann ergatterten 120 mm hieß es bei einem Blick vom Personal in die Warenwirtschaft: „Ach ja, sowas verkaufen wir ja tatsächlich. Die Größen werden normal nur für Fabrikhallen benutzt.“
Das schränkte auch ein wenig die Verfügbarkeit der Winkel ein, wo wir gerne für einen größeren Radius 2×45° gehabt hätten. Wir mussten uns dann aber mit 1×87° begnügen.

Eine kniffelige Stelle war auch der Bogen durch die Wand. T-Stücke gibt es bei Fallrohren nicht, ein Winkel hätte zur Folge, dass man ungewöhnlich weit von der Wand weg müsste, außerdem würde das Fallrohr dann in der Mitte der Wand enden, was Regenfallrohr gewöhnlich nicht tun. Wir haben das Fallrohr von unten kommend in Höhe der Kernbohrung enden lassen. Das nächste Fallrohr, das von oben draufgesteckt wurde, haben wir unten die ersten 30 cm gedrittelt. So sieht es von vorne und den Seiten vollständig aus, hinten ist es aber offen.
Damit die Leitungen dann optisch nicht ins Auge fallen, wurden sie mit Aluminiumklebeband (NICHT silbernem Panzertape) aus dem Sanitärbedarf verkleidet. Das nimmt man normal, um Rohrisolierungen miteinander zu verkleben.

Und so sieht das Ganze dann fertig aus. (Unten die weißen Kondenswasserleitungen müssen noch verlegt werden.)
Um mit den Klimaleitungen von der Außenwand in den Flur zu kommen, muss der Weg durch das 3,5 m breite Schlafzimmer genommen werden. Unterputz ist genauso wenig eine Lösung wie weiße Plastikkanäle. Ursprünglich hatte ich an Alu-Rohr gedacht, welche aber mit – ich glaube – 35 €/m absurd teuer waren. Ich wollte dann schon eigentlich das gleiche Regenfallrohr wie außen nehmen, bis mal wieder die Rettung über Social Media kam!
Der Vorschlag: „Nimm doch Wickelfalzrohr?“
TOP! Ich hatte diese in der Lüftungsindustrie benutzten Rohre überhaupt nicht auf dem Schirm, und sie passen von der Optik halt auch gut zu dem rustikalen Style.
Aus optischen Gründen wurde auch hier das Rohr bis zum Ende des Raums als Leerrohr weitergeführt.
Dann noch fix die Montageplatten der Inneneinheiten aufgehangen und – weil man später gar nicht mehr oder nur schlecht drankommt – die Sandsteine in der Nähe der Anlagen neu verfugt.
Für das ganze Verlegen inkl. Kernbohrungen, Stromzuführung und Materialbeschaffung ging ein ganzer Arbeitstag mit zwei Personen drauf. Und nochmal fast ein ganzer im Vorgang, wo ich alleine schon mal gearbeitet hatte.
Jetzt heißt es warten auf den Klimatechniker.
Aber … was heißt warten.

Wer hier schon länger mitliest, weiß, dass ich eine harte Abneigung dagegen habe, Handwerksbetriebe in der direkten Region abzutelefonieren oder anzumailen. Würde man dort nur ein „Ne, machen wir nicht.“ kassieren, könnte ich ja echt damit leben. Aber ne, sie erklären dir erstmal lang und ausführlich, dass das so alles nicht geht und du zwischen den Zeilen ein Trottel bist.
Schon Mitte September hatte ich auf Kleinanzeigen daher mal eine Anzeige geschaltet, dass ich jemanden suche, der mir die Kiste – nach Vorbereitung meinerseits – Ende Oktober anschließt bzw. in Betrieb nimmt.
Es kamen die üblichen Verdächtigen, die in halben Sätzen mir das schwarz für 200 € anschließen würden. Dann, wie erwähnt, die Leute mit brandneuen Accounts oder miesen Bewertungen, alles preislich im Mittelfeld um die ~300 €.
Und dann eine Firma, die 450 € haben wollte – aber auch als einzige sagte: Kleinmaterial, das noch benötigt wird, ist dabei, elektrischer Anschluss wird auch erledigt und Kältemittelschein ist natürlich vorhanden. Ganz davon ab, dass mit der Firma eine normale Kommunikation möglich war.
Wir verblieben so, dass ich mich im Oktober melde, wenn alles vorbereitet ist – und der Tag war dann jetzt gekommen. Ich hatte dann erwartet (und das ist gar nicht böse gemeint, die Firmen warten ja nicht, bis ich mich herablasse und springen dann sofort), dass es jetzt noch ein paar Tage dauern wird. Aber nix da: Übermorgen kann es losgehen.
Und siehe da: pünktlich, die Arbeit aus meiner Laien-Sicht top erledigt und vor allem – und darüber bin ich SO dankbar – kein Klugscheißerei und kein Bedenkenträgertum.

Nach ~4 h war alles fertig angeschlossen und ich hatte bei den Vorarbeiten nur einen Fehler gemacht: Das Stromkabel zur Inneneinheit im Flur war 20 cm zu kurz. -_-

3.120€ später ist dann alles erledigt.
Verputzen
Jetzt hatte ich oben mit dem Wickelfalzrohr-Bild aus dem Schlafzimmer vorgegriffen. Mit zur Vorbereitung für die Klimaanlage – und weshalb ich mir 6 Wochen Puffer mit dem Techniker aushandelte – war, dass zwei Backsteinwände vorher fertig gemacht werden mussten. Also Schlitze stemmen, Leitungen verlegen, Abschlussleisten für den Übergang zu den Sandsteinwänden und dann das eigentliche Verputzen der Wände.
Es gab kurze Überlegungen, die Backsteinwände offen zu lassen – für die Küche ist das z. B. immer noch im Gespräch –, aber im Schlafzimmer und im Flur … ich weiß nicht. Die mächtigen dunklen Sandsteinwände könnten eine verputzte weiße Wand als Ausgleich, glaube ich, gut vertragen. Außerdem – und da bin ich ehrlich – lassen sich in der Backsteinwand die Leitungen gut verstecken. :D

WLAN schön und gut, aber es geht nichts über ein solides LAN-Kabel. Und nie ist die Zeit für das Verlegen solcher Kabel besser als im Rohbau. So wandern auch ins Schlafzimmer, an den Ort, wo das TV später hängen wird, zwei LAN-Kabel. Jep, die LAN-Kabel wurden bei die Stromkabeln gelegt – soll man vermeiden, hat aber in meinen Augen eher einen historischen Hintergrund, weil die das früher aus Störungsgründen nicht abkonnten.
Mein LAN-Kabel zum Brunnenbunker und zur Tankstelle läuft über 30 m gebündelt u. a. mit der Hauptstromleitung – keine Probleme.
Ach so, und ja, im Schlafzimmer wird ein TV hängen. I know, Schlafhygiene ist so ein Ding dieser Tage. Aber ich brauch das Teil einfach zum Einschlafen, und es ist DER Grund, warum ich im Urlaub immer den Laptop mitschleppe: weil in den Schlafzimmern der Airbnbs einfach nie ein TV steht.
Ich hatte den ganzen Oktober noch Resturlaub und war daher hauptsächlich alleine auf der Baustelle am Arbeiten. Den Flur hatte ich mit meiner besseren Hälfte verputzt, das ging recht gut: Einer guckt immer, dass frischer Putz am Start ist, der andere verputzt. Und – ich war nicht der, der verputzte.
Verputzen ist einfach eine Seuche, gleich direkt hinter Sanitärarbeiten. Ich H-A-S-S-E es. Aber für das Schlafzimmer konnte ich mit keiner Hilfe rechnen, da meine bessere Hälfte keinen Urlaub mehr hatte. Und was soll ich sagen: Das Ergebnis der Wand ist eher so mittel.
Das Hauptproblem war eigentlich, dass der Rotband-Putz zu schnell anzog. Wenn ich vom Gerüst ging, um neuen anzumischen, war der Übergang zum alten schon zu hart, vermischte sich nicht mehr und es gab „Ränder“.
Ich bin ehrlich: Ich werde es euch jetzt als rustikalen Industrial-Look verkaufen 😅, aber zufrieden bin ich mit der Wand nicht.
Garten/Baustellenbeleuchtung
Die Tage werden wieder merklich kürzer, und zwischen Stellwerk und Parkplatz ist es leider noch recht duster. Mir wurde vor Ewigkeiten mal eine dieser alten Garten-Lichterketten vermacht, und was soll ich sagen: Ich liebe diese Ketten einfach. Egal, ob sie 80er-mäßig in rot-grün-gelben Birnen bestückt sind, modern mit LED-Filament oder – wie hier bei mir jetzt – einfach nur aus der eigenen Restekiste provisorisch mit 35-W-Halogen-Glühbirnen (die waren mal wenige Monate ein Ding auf dem Markt, als Glühbirnen verboten wurden und LED-Birnen noch nicht ganz ausgereift).
Sie sorgen bei mir immer für eine – keine Ahnung – zufriedene Gemütlichkeit. Dieses Provisorium für die Beleuchtung wird daher definitiv bleiben. Aber die insg. ~400 W für die Halogenbirnen werden natürlich noch zukünftig gegen LED ausgetauscht.
Drainageabfluss
Früher – ganz früher –, als ich mal kurz, sehr kurz, als Tischler auf Baustellen tätig war oder in der Jugend für ein Taschengeld Windows-PCs bei Leuten wieder fit gemacht habe, gab es eines, was ich wirklich sehr hasste: Wenn der Kunde die ganze Zeit neben dir stand und dir bei der Arbeit zuschaute.
Da gab es die, welche dir auf die Finger schauten, weil sie dir nicht trauten. Die, die das auch machten, dann aber auch noch alles besser wussten. Und dann – für mich die schlimmsten – die dich unentwegt mit privatem Kram und Geschichten volllaberten. 😑
Daher war klar: Als der Klimatechniker kam, soll der in Ruhe seine Arbeit machen und, wenn er was braucht, Bescheid geben.
Eigentlich wollte ich drinnen weiterarbeiten, nur hatte der gute Herr amtlich die Fräck (eine Erkältung), und ich hab mich lieber die 4 h draußen in den Garten gestellt, um bei Schauerwetter den Drainageabfluss weiter zu buddeln. Von Felsen bis armdicke Wurzeln der ehem. Eiche war wieder alles dabei.
Naja, ist das immerhin nun auch fast erledigt.
Fugen. Jedemenge.
Auch im Oktober wurde mit den Arbeiten an der Sandsteinwand im Flur begonnen. Die Bahn hatte die Sandsteinwände damals 1956 komplett verputzt, der Nachbesitzer hatte dann stellenweise eine Styropor-Rigips-Kombi draufgeklebt und die 3,5 m hohe Decke auf 2,5 m mit Holzpanelen abgehangen.
Die Wände wurden dann von uns komplett abgestemmt. Ursprünglich wollten wir sie neu verputzen, aber beim Freilegen der Wände gemerkt, was für ein Schatz solch eine Natursteinwand ist. Würde die Bude unter Denkmalschutz stehen, müssten wir die Wände wieder verputzen. So haben wir die Freiheit, sie offen zu lassen.
Mit den Arbeiten wurde in der letzten Oktoberwoche begonnen. Im Genauen wurden die Fugen ausgekratzt – teils von Hand, größtenteils aber mit einer Maschine – und danach die Fugen ausgesaugt. Gemessen an den Schutteimern und dem Staubsaugervolumen wurden immerhin rund 120 L Material aus der Wand geholt.
Das WC
Auch ein Raum, an dem im Oktober fleißig weitergearbeitet wurde, ist das WC. Die rechte Wand wurde verputzt, diesmal wieder im Tag-Team – und siehe da, es funktionierte direkt wieder viel besser.
Dort rechts oben im Bild zu sehen sind alte Leitersprossen, welche in die Wand betoniert waren. Das war der ehem. Notausstieg aus dem Splitterschutzbunker, falls die obere Tür durch einen Bombenangriff blockiert wurde.
Die privaten Nutzer hatten bei ihrer Rigips- und Zwischendecken-Orgie leider alle Sprossen unter 2,5 m bündig mit der Wand abgetrennt. Beim Verputzen haben wir Vertiefungen im Putz gelassen, sodass die Reste der Sprossen noch sichtbar sind. Diese werden später farblich noch hervorgehoben. So soll später zumindest noch ersichtlich bleiben, dass die Leiter weiter runter führte.
Keine Abkürzungen!
Ich glaube, ich erzählte schon mal hier von ihm, aber: Zeitgleich mit uns hat sich damals in den italienischen Alpen ein Holländer – nach einer Nord/Süd Amerika Reise mit dem Fahrrad 2 alte herrunter gekommende Stone Cabins gekauft. Der YouTube-Algorithmus liefert, und so wurde er mir ein paar Monate nach dem Kauf des Stellwerks in die Timeline gespült.
Bis heute ist er bei mir unangefochten die Nr. 1 auf YouTube. Seine unaufgeregten wöchentlichen Videos über seinen Fortschritt sind tatsächlich etwas, worauf ich mich jeden Sonntag freue und was einen festen Platz am Abend hat.
Warum ich das überhaupt erzähle, ist: In irgendeiner Folge, wo er an etwas arbeitet, das so gar nicht funktionieren wollte, meinte er in einem kurzen Monolog:
„Es ist immer leicht, eine Abkürzung zu nehmen. Es ist leichter, irgendwelche gut verfügbaren und dokumentierten Werkstoffe zu nehmen, die auf breiter Fläche an/in jedem Haus eingesetzt werden. Aber man baut dann eben auch wie jeder andere. Es ist sehr verführerisch, diese Abkürzung zu nehmen, aber man sollte sich lieber die Zeit nehmen, den langen beschwerlichen Weg zu gehen.“
Etwas, was ich auch am Stellwerk beherzige. Es wäre natürlich leicht, die Wände wieder komplett zu verputzen. Anstatt der Stützmauer aus wiederverwendeten Sandsteinen hätte ich auch einfach L-Betonsteine reinheben können
.
Eine Zapfsäule als Wallbox zu restaurieren, dafür ein Fundament zu gießen und ein eigenes Dach mit einer Holzkonstruktion zu bauen, hat Wochen länger gedauert, als einfach eine wasserdichte Plastik-Wallbox an den nächsten Baum zu spaxen.
Was mich aber auch zum nächsten Thema bringt …
Italienisches Feinporzelan

… das hier war der Grund für den Absatz: Das WC.
Leider ist unklar, welches WC die DB damals verbaut hat, also welches System für die Spülung. Als wir es übernommen hatten, war dort ein Druckspüler verbaut. Das sind diese verdammt lauten Dinger, welche das Wasser aus einer Leitung direkt ohne Tank ins Klo spülen. Aufgrund der Leitungen in der Wand würde ich auch vermuten, dass dies die originale Spülung war.
Der richtige Weg wäre daher gewesen, so etwas wieder zu verbauen. Nur leider finde ich diese Druckspüler einfach nur schlimm – besonders dieses in meinen Ohren wehtuende Geräusch, wenn man ihn betätigt.
Auf gar keinen Fall in Frage kam aber so eine Vorwandinstallation, welche dann verkleidet wird – viel zu modern. Ein normaler Spülkasten wäre eine Möglichkeit gewesen, der Raum in dem kleinen Bad ist aber sehr begrenzt, und wie oft ich in AirBnBs wegen Platzmangel schon schief auf einem Klo gesessen habe … ich hab aufgehört zu zählen.

Bis das Bild hier Realität wurde, wurden viele Arbeitsstunden fällig und auch die ein oder andere Verzweifelung oder ein kleiner Wutausbruch war dabei, denn ein Hochspülkasten soll es werden – mit Kette zum Ziehen.
Wer so wie ich in den 80ern geboren ist und nicht aus Ostdeutschland kommt (da waren die wohl noch häufiger?) kennt diese Hochspülkästen wirklich nur noch aus den letzten unsanierten Löchern in den 1990ern. Ich glaube, auf irgendeinem Bahnhofsklo, wo ich in den 1990ern als kleiner Junge mal war, hab ich sowas gesehen und musste schon fragen, wie ich da jetzt spüle?!
Aber was hat das jetzt mit „keine Abkürzungen“ zu tun?
Die Kästen sind heute absolut nicht mehr geläufig. Weder können einem Fachhändler damit helfen (und glaubt mir, meine Frau hat sie alle durchtelefoniert) und auch das deutsche Internet ist zu dem Thema ziemlich leer. Es gibt diverse Onlinehändler, die einem sowas verkaufen – meist aus UK. Das hat dann aber das Preisschild „viktorianisches Antik-WC“. Für das Spülrohr, den Wasserkasten und die Technik in diesem Kasten werden dann insgesamt rund 900 € fällig.
Ja … aber nein.
Auch bei der Recherche gesehen habe ich einen Händler, der italienische Bäder und Fliesen in Deutschland anbietet. Der Spülkasten war offensichtlich von Geberit. Die Preise waren aber ähnlich hoch.
Bei einem Italien-Urlaub, der Anfang 2025 anstand, war dann klar, dass wir mal in die dortigen Baumärkte fahren. Der Spülkasten war sogar direkt gefunden – für 70 €. Das Spülrohr gab es für schmale 15 €. Die Spülmechanik hatten sie auch da, JA WUNDERBAR.
Wir hatten das alles im Baumarkt im Gang direkt mal zusammengebaut, was so lange dauerte, dass wir die Aufmerksamkeit der Security auf uns zogen. Leider mussten wir dann aber feststellen, dass die Spüleinheit, welche sie dort verkaufen, zwar passt, aber nicht mit einer Kette, sondern per Knopfdruck pneumatisch betätigt wird.
Es war dann auch nirgends in einem Baumarkt so etwas aufzutreiben.
Es gab Online-Händler, welche das in Italien hatten, aber nicht nach DE versendeten. An die Airbnbs, die wir in Italien bezogen, wollte ich es mir nicht schicken lassen, weil wir immer nur 2–3 Tage im selben waren und mir das zu knapp war mit dem Versand. Am Ende wurde es eine Bestellung beim großen A, aus Italien. 130 €.
Als der Kram dann endlich mal aufgebaut werden sollte diesen Monat, die Ernüchterung: Das Spülrohr ist zu kurz, der Spülkasten muss zwingend auf die Höhe, wie er oben auf dem Bild zu sehen ist – wegen des Fensters. Und man ahnt es schon: Den Durchmesser des Spülrohrs kennt in Deutschland keine alte Sau.
Mit dem Rohr in der Hand wurde im örtlichen Bauhaus nach Rohren gesucht, die man zweckentfremden könnte. Und etwas Seltenes ist dort passiert: ein Mitarbeiter, der ganz pragmatisch und engagiert mit uns eine Lösung suchte – und keine 08/15-Lösung wie einen normalen Spülkasten vorschlug.
Fündig geworden sind wir in der Elektroabteilung. Es wurde dann ein 30-mm-Leerrohr. 😅
Oben zu sehen auf dem Bild ist das Zwischenstück jetzt noch mit Panzertape fixiert; ich möchte es noch nicht mit dem originalen Spülrohr verkleben, da die Endhöhe des Klos noch nicht final ist. Fußboden und so.
Und die Spülkette ist wegen Baustellendreck auch noch abgeklebt.
Aber hey, es funktioniert und ist dicht!
Danke auch hier mal wieder an meine Frau, die bei so Sanitär-Fuddelkram einfach soooo viel mehr Ruhe hat als ich und in Baumärkten immer die bessere Spürnase für noch fehlende Dichtungen. 😘
Die Social Media Bauleitung
Das grundsätzliche Problem mit Social Media ist ja: Es gibt einem so viel Gutes, aber auch so viel Schlechtes. Seit Beginn dieses Hobbys teile ich immer mal wieder Mini-Einblicke in die Sanierung. Und um ehrlich zu sein: Ohne euch da draußen mit euren sehr vielen, sehr guten Vorschlägen und Anmerkungen würde das Stellwerk an vielen Stellen ganz anders aussehen – und ich bin euch allen dafür sehr, SEHR dankbar!
Mit dem Untergang von Twitter crossposte ich seitdem auf Bluesky / Mastodon / Threads, da meine ehem. Followerschaft sich nie auf einen Nachfolger einigen konnte. Und was soll ich sagen: Threads mit seinem harten Algorithmus spült einem halt sehr viele Leute rein, die mit dir nichts anfangen können.
Und was ich dann immer beobachte, ist, dass Leute auf Social Media überhaupt nicht mehr gewohnt sind, auf eine Projekt-Reise mitgenommen zu werden. Bilder, die unfertige Dinge zeigen und wo eben noch nicht alles hochglanzpoliert ist, werden gnadenlos kommentiert – ohne auch nur einmal darüber nachzudenken, dass das, was man dort sieht, vielleicht noch gar nicht fertig ist und der Verfasser sich dessen wohl auch bewusst ist?!
Man will nur noch das Endergebnis eines Projekts in 10-Sekunden-Snippets sehen. Und wehe, das Gezeigte kann nicht mit den hochmeisterlichen Künsten eines japanischen Schreiners mithalten!
Keine Ahnung, wo ich mit dem Absatz hinwollte. Ich werde natürlich weiterhin Sachen rund ums #CptStw posten, vielleicht weniger auf Threads – auch wenn mich Kommentare wie zu der Klimaanlage, dass „diese Regenrohr-Installation kompletter Pfusch ist! Das hättest du mal lieber einen Fachbetrieb machen lassen sollen!“ ja doch sehr erheitern, weil sie mir die Kleingeistigkeit amüsant vor Augen führen.
Ausblick
4 Wochen am Stück im Stellwerk zu arbeiten hat Spuren hinterlassen. Zum einen fühlte es sich zum Ende hin nicht mehr nach Hobby an, sondern nach „muss auf die Baustelle“. Zum anderen – wer hätte es gedacht – wenn man 4 Wochen arbeitet, muss man auch für 4 Wochen Geld ausgeben. 💸
Ab jetzt geht es wieder im normalen Tempo weiter: An freien Tagen und wenn ich Lust habe, wird weitergearbeitet. Finanziell steht auch erstmal nix Größeres an, der Fokus wird auf den Sandsteinwänden liegen. Das kostet einfach nur unendlich viel Zeit, aber bis auf ein wenig Mörtel kaum Geld.
Zwischenziel ist es, bis zum Sommer das Untergeschoss fertigzubekommen – ausgenommen Fußboden und Türen. Die würden durch die Bauarbeiten im OG/DG dann noch zu viel in Mitleidenschaft gezogen werden. Abkleben hin oder her.
Über die langfristige Fertigstellung des Projekts kann ich auch jetzt, nach Erhalt der Genehmigung, noch nichts sagen. Aus finanziellen Gründen, weil mich eben die Bürokratie so hart gef****t hat.
Klar, ich könnte mir jetzt einen kleinen Kredit nehmen, um die Bude in jeder freien Minute weiter zu sanieren und sie vielleicht noch zum Spätsommer 2026 vermieten zu können. Aber ich saniere das Teil ja nicht aus einem kapitalistischen Grundgedanken heraus, sondern einfach nur, weil es mir Spaß macht.
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