Winter 2025/26


Lang ist der letzte Blogpost her, wer das ganze Projekt auf Social Media mitverfolgt, weiß auch, dass es stetig weiterging. Die Schritte waren aber immer recht klein. Klar, 2 Tage im Elektroraum stehen und nochmal alles umbauen, weil man merkt, dass man doch mehr Sicherungsautomaten braucht, ist auch Arbeit. Aber wirklich viele Bilder entstehen dabei nicht. Davon mal ab, dass ich mich immer öfter dabei erwische, dass ich kaum noch Bilder mache – das ist wohl so ein Ding, wenn ein Projekt schon so lange läuft, dass es für einen selbst nichts mehr Besonderes ist. Hmm.



Auch nicht wirklich förderlich bei diesem elendig langen und kalten Winter (wie er vielleicht früher™ normal war), ist, dass das Stellwerk höher liegt als mein Wohnort. Dadurch gab es da den ein oder anderen Sonnentag, den ich im Tal nicht hatte. Eigentlich fährste dann zum Arbeiten hin, aber erwischst dich dabei, wie du 2h einfach nur am leicht warmen Sandstein in der Sonne sitzt und versuchst, deine Winterdepression wegzustrahlen. Aber auch da habe ich mittlerweile meinen Frieden mit der Leistungserwartung gemacht. Wenn ich da hinfahre, um am Ende nur in der Sonne zu sitzen und am Laptop etwas weiter zu planen, dann ist das so.

Wobei man da sagen muss, dass ich durch das Stellwerk alleine mittlerweile ein bisschen besser durch den Winter komme, weil ich etwas habe, was mich im Winter von der Couch holt. Es ist halt blöd, wenn deine ganzen anderen Hobbys nur im Sommer stattfinden.

Flurbeleuchtung



Schon länger keinen Blick mehr auf LED-Stripes gelegt, war ich überrascht, dass es dort eine Neuerung gab. Mittlerweile sind die LED-Punkte so nah aneinander, sogenannte COB-LED-Stripes, dass sie nicht mehr diese Gelsenkirchener-Ghetto-Optik haben und der Raum wie ein explodierter Pearl-Katalog wirkt. 5 m gingen für 16 € über den Tisch. Als Netzteil diente ein uraltes Laptop-Netzteil. Ja, aus dieser einen Kabelkiste, die jeder hat, und was soll ich sagen: Das gute Stück musste nur 20 Jahre aufbewahrt werden, um jetzt wieder Arbeit zu bekommen.


Fett- und staubfrei – ignoriert man immer gerne bei selbstklebenden Streifen, aber es ist eben der Unterschied zwischen hält von mittags bis 12 Uhr und hält auch, wenn du dich umdrehst. Die Eckverbindungen habe ich gelötet, der Preis von nochmal 12 € für die Eckverbinder war mir einfach zu heftig.



LED-Stripes sind natürlich nichts, was man sich als Sparfuchs aufhängen sollte. Schmale 55 W zieht diese Hintergrundbeleuchtung.



Sind sie aber wert in meinen Augen.



Da das Schild alleine aber zu dunkel ist, wurden noch 2 alte Industrielampen aufgehangen. Die wurden mal für einen schmalen Taler auf Flohmärkten geschossen. Sie haben Dellen und Rostplacken und genau so wurden sie aufgehangen, einzig eine neue und sichere E27-Fassung für die Birnen haben sie bekommen.



Was dann jetzt so wirkt wie „ja toll, zwei Lampen und ’nen Schild aufgehangen, und was haste die anderen 7 h vom Tag gemacht?“, war dann aber tatsächlich ein ganzer Tag Arbeit. Nicht zuletzt die ganzen Stromleitungen, welche ja nicht einfach nur an die Wand genagelt wurden, sondern in Alurohre verlegt werden. Die müssen ausgerichtet, dann zugeschnitten werden. Die Schellen halten im Sandstein auch nicht mit Nägeln, also Bohren + Dübel. Leiter hoch, Leiter runter, rausgehen zum Flexen … ich weiß gar nicht, vor wem ich mich hier gerade rechtfertige 😅 aber um eine alte YouTube-„Legende“ zu zitieren: „… ihr unterschätzt das immer!“



Als Lichtschalter fungiert eine alte Bakelit-/Steckdosen-Aufputz-Kombi. Ich hatte davon damals von einem Twitter-Follower 2 Stück geschenkt bekommen fürs Stellwerk. Falls du das hier liest, verzeih mir bitte, ich hab die Notiz nicht mehr mit deinem Namen, aber dennoch nochmal auf diesem Weg: VIELEN Dank!

In die Bakelit-Aufputzdose ist ein Shelly gewandert, zum einen kann ich die Beleuchtung smart steuern und dennoch funktioniert der Schalter für Gäste wie ein normaler Schalter. Zum anderen erlaubt mir das, an der anderen Seite des Flurs, am Schlafzimmer, einen Shelly Button zu installieren und ich muss keine Wechselschaltung mit drölf Drähten erstellen. Kann aber auch sein, dass ich irgendwann einen Bewegungsmelder nachrüste.


Auch in den Flur gewandert ist die WLAN-Versorgung für das Erdgeschoss, dort aktuell noch mit einem günstigen Fritz!600 Repeater, da kommt dann aber später ein 1200er oder 2400er hin, der dann per LAN mit der Fritzbox verbunden wird. Ich weiß gar nicht, ob ich’s hier im Blog schon mal besprochen habe und bin auch zu faul, das jetzt nachzuschauen. 🫠 Aber ja, es wurde AVM/Fritz. Ich hatte überlegt, all-in zu gehen und ein Ubiquiti-Netz aufzubauen. Aber mal hands down, es ist eine einfache Ferienwohnung mit einer 30 Mbit LTE-Antenne auf dem Dach, irgendwann evtl. auch Starlink mit 100 Mbit und kein Konferenzraum mit drölf gleichzeitigen Zoom-Meetings.


-11,3°C

Auch hier wieder: Ja, das waren mal normale Temperaturen im Winter in der Pfalz. Aber heute gilt das eben als stramm, besonders wenn es als kurze Kältewelle Ende Nov. angekündigt war, dann aber durchgehend bis Mitte Februar bei um die 0 °C Höchsttemperatur blieb. Keine 2–3 Wochen Atlantik-Milde zwischendurch und ansonsten halt mal hier und da Nachtfrost für ein paar Stunden.



Als wir die Glanzmispel-Hecken im Oktober in Laub einpackten, geschah das eigentlich mehr vor dem Hintergrund, dass ich sie bei den gelegentlichen Nachtfrösten nicht verlieren wollte. Zur Erinnerung, sie wurden erst im April eingepflanzt und der Preis der Hecke war immerhin 550 €. Wenn die Wurzeln ausgeprägter sind, macht ihnen auch -11 °C nichts aus, aber im ersten Jahr …



Umso schöner war es, Ende Februar, als die Temperaturen 20 °C erreichten, zu sehen, dass die Pflanzen austrieben und wir nicht eine einzige verloren haben. Die Arbeit mit dem Düngen und vielen Gießen, damit die Pflanzen einen optimalen Start hatten, hat sich ausgezahlt. Sogleich wurde dann auch das ganze Laub entfernt, die Wahrscheinlichkeit, dass sich dort Krankheiten bilden, ist mit steigenden Temperaturen wohl größer als der Schaden durch nochmal fröstige Nächte.

Wem die Decke aus dickem Laub auch gefallen hat, waren die Eicheln darunter. Ringsum nicht zu beobachten, aber unter der Schicht sehr deutlich, fanden rund, ich würde sagen, 500 Eicheln die warme Deckschicht so toll, dass sie ausgetrieben sind UND schon angefangen haben, Wurzeln zu schlagen. War dann zu zweit gute 2 h Arbeit, alle von Hand auszureißen.



Diese durchaus lange Frostperiode war dann aber auch gleich eine Bewährungsprobe für die Klimaanlage, mit einem fast einmonatigen Dauerbetrieb 24/7.

Während die Klimaanlagen-Problematik innen mit dem Aufhängen zweier großer Deckenventilatoren erschlagen werden konnte, ergab sich außen das nächste Problem. Nach 3–5 Tagen bildete sich unten ein zunehmend dickerer Eispanzer, der zum einen drohte, die Klimaleitungen zu quetschen, aber auch in Richtung Ventilator wuchs.



Die Notlösung war erstmal, den Eispanzer mit Warmwasser freizuspritzen. Das Internet bewertete, auf der Suche nach Leuten, die sowas evtl. auch mal bei ihrer Anlage hatten, natürlich die komplette Installation als „billigen Pfusch“. … Ach ja, das Internet, so liebenswert. 🤗 Nicht ohne Grund bespreche ich solche technischen Probleme zunehmend nur noch mit der KI, Halluzinationen hin oder her.

Fakt war aber, die Probleme rührten mitnichten von dem geringen Abstand zur Bodenplatte her. Auch wenn dieser optimaler sein könnte, sieht man auf dem Bild hier klar, dass als erstes die Wanne selbst einfriert. Im Norden Europas werden die Einheiten daher mit einer beheizten Wanne ausgerüstet, der Aufpreis mit 400 € + Einbau ist aber stramm. Die DIY-Lösung ist, Rohrbegleitheizung mit Alukleber unter die Wanne zu kleben. Die Wirkung wurde erreicht und die Wanne unten fror nicht mehr zu. Leider war dann auch die Dauerfrost Periode zu ende, so das noch unklar ist ob dies eine Dauerlösung ist oder nur über ein paar Tage hinweg hilft.



So sehr mir aber auch gehässige Scheiße geantwortet wurde, war auch eine Person dabei, die mir per PM schrieb. Und das ist dann neben all den Arschgesichtern auch wieder der Grund, warum ich nicht von Social Media weg kann – man findet eben auch nette Leute. Sie hat die gleiche Anlage wie ich und auch das gleiche Problem und hatte schon einen Techniker an der Hand, der sich drum kümmert. Höchstwahrscheinlich hat der Kältemitteltechniker bei mir zu wenig Kältemittel eingefüllt. Man sieht hier an dem Bild, was Ende März während einer Abtauphase gemacht wurde (bei draußen +3 °C), klar, dass die Außeneinheit ungleichmäßig und untenrum gar nicht abtaut. Auffüllen von Kältemittel sollte das Problem lösen. Da dieses Jahr aber eh nochmal (ein anderer) Kältetechniker kommen darf, um die 2. Klima fürs Obergeschoss anzuklemmen, werde ich das von diesem miterledigen lassen.



Etwas Gutes hatte das Ganze, ich hab dann diese Bastellösung erstellt, um das Wasser dort wegzubekommen. Ja … das ist dann tatsächlich eher Funktion schlägt Design, aber der originale Anschluss an der Daikin ist mit seinen 10 mm Abfluss auch wirklich eine Fehlkonstruktion bei Eis. So wird nun das ganze Wasser, auch das der Innenanlage, in den Regentank geleitet. Das HT Rohr selber hat auf den ersten 3m auch noch eine Rohrbegleitheizung bekommen.



Auch wenn das bedeutet, dass nochmal 4 m bereits verlegte Abwasserleitung freigebuddelt und neu zusammengebastelt werden musste. Immerhin war ich so schlau, direkt einen 2. Anschluss zu setzen für die nächste Klima.

Bahnhofs Uhr

Im Original hat das Gebäude nie eine außen montierte Uhr gesehen, aber irgendwie … gehört da doch eine dran.




Schon länger eingelagert am Stellwerk war diese eckige Bahnsteiguhr, welche mir damals kostenlos und runtergerockt in die Hände fiel, aufgearbeitet wurde und dort eigentlich montiert werden sollte. Ich wurde aber nie so richtig warm mit dem eckigen Design, was mmn nicht so recht an das Gebäude passt. Damals schon hatte ich nach den alten klassischen Bahnhofsuhren Ausschau gehalten, rund und groß. Aber die Preise waren eigentlich über all die Jahre immer für den Arsch. 600 € aufwärts, dysfunktional und optisch in einem teils üblen Zustand mit faustgroßen Rostlöchern.

Das alte Kleinanzeigen-Problem. Einer stellt seinen Müll zu einem aberwitzigen Preis ein und alle anderen orientieren sich daran.



Auf der Arbeit im Betriebswerk hängt seit mindestens 2013 diese Uhr in diesem defekten Zustand. In der Verzweiflung hatte ich mal den direkten Vorgesetzten angeschrieben, ob man das Teil nicht endlich mal abhängen könnte 😉. Am Ende war ich dann aber froh, dass der Vorgang in der Zuständigkeitsschleife stecken blieb. An dem Teil hätte einfach alles neu gemacht werden müssen.



Vor Weihnachten tat sich auf Kleinanzeigen dann diese Uhr auf. Für 250 €. Zustand: „hat bis zum Abbau funktioniert. Mutteruhr fehlt“. Die Größe passt, die Form auch, sie ist aber doch recht modern – aber wenigstens nicht so billig modern wie die aktuellen Uhren an den Bahnsteigen. Gekauft.

Nach dem Abholen hatte ich dann auf Kleinanzeigen den Stichwort-Alarm gelöscht. Aber, der Algorithmus zeigt einem ja dennoch immer wieder auf der Startseite Dinge an.


So tauchte dann Ende Januar diese Uhr auf. 320 €. Zustand: Verwittert, eine Scheibe durch UV milchig. Eine Uhr funktioniert, bei der anderen wäre wohl die Batterie leer. Fahrt dorthin: „2×120 km“.

Mit dem Verkäufer ein wenig hin und her geschrieben und er versicherte mir, dass wirklich nur die Batterie leer sei, aber da eben spezielle, teure reinkommen und ja nunja. Wir einigten uns darauf, dass ich eine passende Batterie mitbringe und das kurz teste. Deal.



Stellt sich raus, die Batterien sind teuer (60 € für den lila Riegel), aber man kann sie mit ’nem Draht so brücken, dass sie auch für beide Uhrwerke gehen, und man sieht anhand der Schrauben, dass da auch schon mal jemand das Uhrwerk aufgeschraubt hatte. 🫤 Und dann stehste da in deinem Sunk-Cost-Fallacy-Effekt, 240 km abschreiben oder dir noch so eine Basteluhr ans Bein binden.

Ich handle ungern, schon gar nicht nur des Handelns wegen. Aber 320 € für ’ne defekte Uhr und vor allem fürs Belügen werden geht auch nicht. Für 250 wollte er sie nicht rausrücken, am Ende hab ich sie dann mit Bauchschmerzen und 270 € weniger mitgenommen. Weil mir die Form, die Halterung und auch die mit eingebaute Funk-Mutteruhr zusagte. Aber die Bauchschmerzen überwogen eigentlich. Ersatzteile sind nur auf dem Gebrauchtmarkt zu bekommen und eher ein seltenes Pokémon. Mobatime, die Hersteller der Uhren, verkaufen die Ersatzteile zum einen nicht an privat und an das Gewerbe nur für wirklich stramme Gewerbepreise. So ein Plastik-Uhrwerk geht dann für 250 € + MwSt über den Tisch. -_-



Ich hatte dann auf Bluesky den bekannten Uhrmacher Phalos Southpaw angeschrieben, ob er ein paar Ideen hätte, wie/wo/was dran sein könnte. Da er aber viel beschäftigt ist wurde daraus nichts (No front! Wirklich nicht.) Umso glücklicher war ich, dass der gute @michaelrohrig.bsky.social in die DMs slidete und sich echt viel, viel Zeit für mich und die Elektronik nahm. Alleine einen ganzen langen Abend lang, wo er sagt „mess mal hier und da“, „jetzt dies und das“, und als wir dann den Fehler eingrenzen konnten (eine defekte SMD-Sicherung auf der Platine), er sogar noch Datenblätter und China-Shops nach der passenden Sicherung durchsuchte. Am Ende konnte die Uhr mit einer 20-Cent-Sicherung von AliExpress repariert werden.

Und daher wirklich meinen tiefsten und aufrichtigsten Dank an dich, @michaelrohrig.bsky.social! So viel Zeit für ’nen Unbekannten auf Social Media zu opfern, ist nicht selbstverständlich!



Jetzt, wo klar war, dass sie funktioniert, konnte sie auch komplett auseinandergebaut werden. Eine neue Plexiglasscheibe gab es für 30 € aus den Niederlanden. Ich hatte kurz überlegt, wieder Echtglas einzusetzen, aber zum einen hätte das mit 170 € zu Buche geschlagen, in 4 m Höhe sieht man auch keinen Unterschied und die Seite mit dem Plexiglas zeigt eh Richtung Norden.



Viel schleifen, grundieren, schleifen, lackieren, schleifen und lackieren und dem Einbau von LED-Stripes später war das gute Stück nun fertig.

Uhr: 270€
Grundierung und Lack: 30€
Scheibe: 30€
========
Gesamt 330€

Der Bosch-Uhr habe ich später eine Mutteruhr verpasst, auf Funktion geprüft und für 350 € weiterverkauft. Immerhin. Von der eckigen Krone-Uhr werde ich mich nun auch trennen und hab sie zum Kauf angeboten, derzeit noch ohne Interessenten.



Da die Uhr immerhin 35 kg wiegt, wurde ein Tag abgepasst, wo wir gemeinsam frei hatten. Und was soll ich sagen: Aus dem „mal eben die Uhr aufhängen, danach können wir noch dies und das machen“ … ihr seht ja selbst, zu welcher Tageszeit das Bild gemacht wurde. 🫣

Nach der Montage hat sich der Spruch der Arbeitskollegen jetzt auch geändert von „Wann willsten endlich mal Fenster einbauen?!“ zu „Deine Uhr geht falsch!“ 😅 Nach einem Probelauf wurde sie erstmal wieder vom Strom getrennt, die ganze Elektrik im OG ist noch ein Provisorium aus div. Kabeltrommeln.

Fun Fact: Der Verkäufer hatte mir damals noch erzählt, wo er sie her hatte – sie hing in Mayen Ost am Bahnhofsgebäude. Wenn man auf Google danach sucht, wird man in der
Bildergalerie eines Lokalzeitungsartikels von 2019 auch fündig, erkannbar an dem nicht Serienmäßigen Arm (leider darf ich es hier nicht einbinden). Er hatte nach eigenen Angaben damals 500 € bezahlt, wollte sie zum Lackierer bringen und dann an seinem Haus anbringen. Merkte dann aber auch, dass ihm das Uhrwerk viel zu laut sei und sich der Zeigerschlag womöglich über die Gebäudewand nach innen trägt und stört. Okay.

Nun ja, Mayen → Gießen → Pfälzerwald.

Gute Laune? Können wir ändern.

Ich wollte jetzt im Frühling aber tatsächlich mit den Fenstern anfangen. Und so wollten wir an dem Abend noch zumindest auf einer Seite die OSB-Platten abbauen und für einen Balken abmessen, den ich einsetzen muss für den Notausstieg. Dann sollten die Maße genommen werden für die beiden Fenster an der kurzen Front und, wenn die Qualität der polnischen Fenster passt, direkt die restlichen für die ganze Front.



Was sich in der Nacht schon anbahnte und zum Abbruch des Ganzen führte, wurde am Tage dann schön sichtbar. In den 3 Jahren, wo die OSB-Platten dank des tollen Bauamts montiert waren, hat sich hintendran irgendetwas durch den Balken gefressen. Es handelt sich auch leider nicht um die erste Schicht Splintholz, sondern ein gutes 1/3 vom Balken ist fort.



Und wir reden hier nicht von irgendeinem Balken sondern DEM Eckbalken. 🥹



Beim Ehrlichmachen zu dem Ganzen konnte man dann auch feststellen, dass nicht nur der Eckbalken (rot), sondern auch der Querbalken (blau), der damals vom Dachdecker noch als „kann man lassen“ betitelt wurde, hinüber ist. Der grüne Balken hat eh keine Funktion mehr, war aber bekannt und der Austausch von dem wäre auch kein Problem für mich gewesen.

Bei den beiden anderen ist das so ’ne Sache, da die Arbeiten jetzt unter Aufsicht von ’nem Bautechniker stehen (dazu gleich mehr), könnte ich sie auch selber ersetzen. So Deckenbalken neu einziehen, anlaschen und so, alles kein Ding. Aber tragende Eckbalken … weiß nich. Die Suche nach Zimmereien, die darauf Lust haben, verlief leider im Sande. Gar nicht weil zu teuer, sondern einfach, weil entweder „sind voll“ oder gar nicht erst eine Rückmeldung/Rückruf geschah. Aktuell sieht es wohl danach aus, als wenn ich es wirklich selber machen MUSS. 😮‍💨

Bauleiter

Das Bauamt möchte ja einen Bauleiter haben. Der unterschreibt praktisch dem Bauamt gegenüber, dass ich dort keine Scheiße baue, alles in den Normen bleibt und die Bude nicht abbrennt oder einstürzt. Wenn man sich ein EFH kauft und das innen nur saniert, braucht man sowas eigentlich nicht, ändert sich in dem Moment, wo du ein Gebäude umnutzt. Die Arbeiten zu einer Kernsanierung im EFH bleiben aber die gleichen – dementsprechend war ich ein wenig angepisst wieder Geld ausgeben zu dürfen was ich mir gerne gespart hätte. Zumal mir auch direkt gesagt wurde, dass ich nicht selber Bauleiter sein kann, handwerkliche Ausbildung hin oder her.

Jetzt geht’s aber an tragende Balken und in dem Moment brauchst du dann sowieso jemanden, der seinen Otto drunter setzt. Also den Punkt auch mal abgearbeitet und auf myhammer / Kleinanzeigen nach jemand Passendem gesucht.

Im Gegensatz zum Zimmerei-Gesuch gab es hier viel Resonanz. Es war wieder alles Übliche dabei. Der GaLaBauer, der nebenbei Haushaltsauflösung macht und das übernehmen wollte, bis hin zur Großfirma, die alles nach HOAI zum fünfstelligen Betrag abrechnen wollte. Am Ende bin ich bei einem Bautechniker gelandet, welcher kurz vor der Rente noch ein paar ausgesuchte Kleinprojekte macht, alles sehr entspannt sieht und vor allem pragmatisch denkt.

Zu einem Festpreis von 1.190 € hält er mir jetzt den Rücken frei gegenüber dem Bauamt.

Teures Werkzeug vs Billiges Werkzeug



Ein Thema so alt wie das moderne Handwerk selber. Irgendwann, lange vor dem Stellwerk, hatte ich angefangen, mir Makita-Kram zu kaufen. Dann biste natürlich in deren Akku-Ökosystem. Für den Winkelschleifer von Makita hatte ich vor 3 Jahren immerhin 160 € hingelegt – ohne Akku. Umso erfreuter war ich, dass er jetzt schon kaputt ging. Von heute auf morgen, ohne Fremdeinwirkung, wer genau hinschaut, sieht, dass der Rotor am Stator schleift und dadurch blockiert.

Jetzt dachte ich, gut, das Teil war nicht günstig. Schickst du es mal zu Makita für einen Kostenvoranschlag. Für 190 € würden sie ihn mir reparieren oder ich kann unterschreiben, dass sie ihn kostenfrei entsorgen.

Wusstet ihr übrigens, dass ihr auf AliExpress billigst Werkzeug wie einen Winkelschleifer für 22 € inkl. Versand kaufen könnt, das auf Makita-Akkus passt? Und wenn man die Versandkosten abzieht, die es alleine kostet, sein Original zur Reparatur zu schicken, sind es gar nur 15 €. Und für 15 € erwarte ich gar nix – wenn das Teil nach 12 Monaten kaputt ist, gibt es den nächsten.

Ist das scheiße für die Umwelt? Ja. Aber das ist eben das perverse System, in dem wir leben.

Den einzigen Unterschied, den ich feststellen konnte, ist, dass die China-Version keine Motorbremse kennt UND noch eine Feststellfunktion hat. Wenn du damit von der Leiter runterfällst, rödelt das Teil dir auf dem Brustkorb liegend eben weiter die Fetzen aus der Brust.


Fugenb(u)ild im Schlafzimmer



Praktisch der ganze Januar ging, wie erwartet, für das Verfugen der Wände im Schlafzimmer drauf. Alte Fugen auskratzen/ausstemmen, Fugen aussaugen, neu verfugen, Fugen dann von Hand abbürsten und danach alle Wände mit dem Winkelschleifer und Bürstenaufsatz abschleifen. Zehn 30-kg-Säcke zu je 20 € gingen für die Wände drauf.



Etliche Bürstenaufsätze für 3 € / Stück wurden verbraucht. Man mag hier auf dem Bild meinen: „aber da ist ja noch Material drauf?“ Ja, aber die Bürsten werden zum Ende hin zu hart/dicht. Zum einen kann man nicht mehr großflächig den Stein bearbeiten, weil die Arbeitsfläche stark abnimmt, und zum anderen färbt die Bürste, je dichter sie wird, irgendwann auf den Sandstein ab. Man bekommt dann einen silbernen Schimmer auf den Steinen. An Schleifstaub kamen rund 80 l zusammen.



Während das Verfugen zwar eine eintönige, aber gesellige Arbeit ist – man kann zu zweit nebeneinander arbeiten, hört irgendwas über die Boombox –, ist das spätere Abschleifen der Wände eine ätzende und monotone Arbeit. Man will die Arbeit nicht ohne Vollatemschutzmaske machen und alleine diese kalte, klamme Gummimaske bei 0° über sein Gesicht zu ziehen – eine wahre Freude. Dann will man sie auch so lange wie möglich anbehalten, weil dieses Ab- und Aufziehen einfach, wäh, ist. Wodurch man nun zuwenig trinkt und Kopfschmerzen bekommt.^^



Ein wenig Motivation gibt es, wenn man dann von dem Gerüst runtersteigt, einen Schritt zurücktritt und Ergebnisse sieht. So wie hier, wo man den Unterschied zwischen abgeschliffen (oben) und roh (unten) sieht.


Aber irgendwann ist man auch damit durch. Was jetzt natürlich noch fehlt ist, die Steine nochmal gründlich abzusaugen und zu imprägnieren. Wie in den anderen Räumen aber eine Arbeit für nach dem Ende der Rohbauphase.


Was aber vorher schon passieren kann, ist das Verlegen der Elektroleitungen, damit auch in diesem Raum endlich das Zeitalter der Kabeltrommel an der Kabeltrommel ein Ende hat. An der Flucht der Steine sollte man sich dabei nicht orientieren, lieber am Laser.



Auch hier wieder alles Aufputz in Alurohren, die Verteilerdosen sind hier noch originale Vintage-Bakelit-Dosen. Bei den Aufputz-Steckdosen kam ich leider an die Grenzen zwischen dem was ich haben wollte und dem, was der Gebrauchtmarkt hergibt. Einzelne Dosen findet man wenn auch zu einem heftigen Preis, aber doppelte oder gar dreifache sind eigentlich unauffindbar. Gerade neben dem Bett oder neben dem TV fehlt es mir in Ferienwohnungen aber immer an Steckdosen. Sei es um Handys zu laden oder um den Laptop anzustecken, der mich in den Schlaf labert. Daher wären 3-fach schon eine nette Sache.


Auf eBay wurde ich dann fündig. Ich sag mal so, die Optik passt zum Bakelit-Design. Die Haptik ist aber hartes Hartplastik. Hab jetzt für 12 € aber auch nix anderes erwartet. Die Kontakte im Inneren machen einen sehr guten Eindruck. Da hab ich bei Marken-Baumärkten schon Schlimmeres in der Hand gehabt so nach dem Motto "na da willste aber lieber nicht dauerhaft 2000 W drüber schieben -_O "


Und dann gab es da noch dieses kleine Spezialprojekt. Eine der vielen Überwachungskameras hängt am Stromkreis vom Schlafzimmer. WICHTIG:
Sie hängt außen an der Außenwand, nicht IM Schlafzimmer sondern nur dort am Stromkreis. Jetzt ist es so, besonders Deutsche haben so ihre Probleme mit Kameras, die Bude muss aber überwacht werden wegen ihrer exponierten Lage.

Der Workaround ist, den Gästen die Möglichkeit zu geben die Außenkameras unmittelbar am Gebäude abschalten zu können. Die einzige die später nicht abschaltbar sein wird ist die vom Parkplatz an der Ladestation, das wird aber kommuniziert.

Es wäre natürlich blöd, der Gast checkt ein und schaltet die Kameras aus und wenn er nach x Tagen wieder auscheckt - schaltet er sie nicht wieder ein. Jetzt kann ich aber auch nicht einfach ein Shelly dahinter klemmen weil, fällt das irgendwann auf, wäre es ein Vertrauensbruch. Es steht ja nirgends dass ich die aus der Ferne wieder einschalten könnte.

Die Lösung war daher, es wird ein haptischer Schalter für die Gäste eingebaut, sie sollen mit dem ganzen Smarthome-Geraffel im Stellwerk absolut nichts zu tun haben daher verbietet sich eine App-Only Lösung. In die Verteilerdose kommt ein Shelly der mir die Möglichkeit gibt den Schalter zu überschreiben. Damit aber auch der Gast ein Feedback hat ob die Kamera an oder aus ist, kommt eine 230 V LED mit an die Phase der Kamera. Hat die Kamera Strom hat die LED automatisch auch Strom. So ist für jeden ersichtlich, an oder aus?

Achso und zu Zeiten wo das Stellwerk nicht belegt ist, macht der Schalter gar nichts weil er von mir deaktiviert wird.

Es gab dazu auf Social Media vereinzelt Stimmen die auch diese Lösung nicht gut finden und gar keine Kameras draußen sehen wollen aber wie gesagt, das funktioniert so nicht. Denn die Vergangenheit hat hier klar bewiesen, diese Kameras verhindern Straftaten und machen sie nicht nur im Nachhinein aufklärbar.

Küche



Nachdem das WC und das Schlafzimmer nun "fertig" sind geht es an den nächsten Raum. Und wir wissen alle es wird nicht die Dusche sein, wo ich genauso wenig Skill als auch Bock habe. Also ran an die Küche.

Erstmal muss ein Plan gemacht werden was überhaupt alles dort rein soll. Zur Erinnerung, die Küche hat die groben Maße von 2 x 2,5 m. Wovon aber eine Seite (vor der dort aus fotografiert wurde) nicht nutzbar ist wegen Kamin, Holzofen und Türbereich. Es bleibt also effektiv der dort sichtbare Bereich.

Weil ich das Stellwerk jetzt nicht nur für mich einrichte sondern auch für Gäste, hab ich auf Social Media diverse Umfragen gemacht. Klar es waren auch Leute (Trolle?) dabei die sagten "Siebträgermaschine ist Pflicht" aber naja... komm schon. 😅 Am Ende lief es eigentlich auf den Standard raus

Kühlschrank. Wobei es hier eine große Diskrepanz gab zwischen der geforderten Größe, die einen wollen dort ihren 2 Wochen Einkauf für 4 Personen reinbekommen den anderen reicht einer wo man Kram für 3-4 Tage reinbekommt. Durch die Bank war eigentlich nur dass ein echtes Gefrierfach dabei sein sollte, nicht diese Kältefächer wie man sie in Süd/Ost Europa noch immer verkauft.

Herd, selbstverständlich. 4 Platten waren kein Muss, 2 tun es auch. Für mich überraschend, es gab eine große Abneigung gegen Gas statt Elektro. Die einen hatten keine Lust auf die Bedienung weil ungewohnt, die anderen machten sich um Schadstoffe Sorgen.

Auf den
Backofen hätte komischerweise die meisten verzichten können. Da bin ich wohl eher die Ausnahme, fehlt mir nämlich am meisten in FeWo. Wobei mir ein kleiner Tischgrill für ’ne TK-Pizza auch reichen würde. Wie schon beim Herd war auch hier kein Gas gewünscht.

Geschirrspüler dagegen war schon fast wieder ein Muss. Kann ich aber verstehen, fuckt mich auch immer ab im Urlaub. Hier war wieder eine breite Streuung was die Größe angeht. Für die einen reicht ein kleines Auftischgerät, die anderen wünschten sich ein ausgewachsenes.

Ansonsten halt der Standard-Kram an Beistellgeräten wie Mikrowelle, Wasserkocher und ’ne Senseo.

Jetzt gilt es den Bums auf den kleinen Raum zu bekommen, noch dazu ich hatte es noch gar nicht erwähnt, wird es keine EBK von Ikea und Co geben. Man kann kein rustikales Stellwerk im Industrial Design sanieren und dann dort Pressspan verbauen. 😵‍💫



In einem Italien-Urlaub sind wir mal an diesem Ort untergekommen der eine mit Backsteinen gemauerte Küche hatte. Würde ich gerne nachbauen aber die Küche ist im Stellwerk der einzige Raum welcher unterkellert ist. Und ich sag mal so, Stahlbeton haben sie damals nicht für nötig erachtet. Der Boden ist stabil aber zu dem schon schweren Holzofen jetzt noch 500 kg Backsteinwände + Geräte + Menschen sollte man sich daher lieber verkneifen.

Leider war das größte Problem jetzt Geschirrspüler Backofen/Herd und Kühlschrank sowie die Zwischenwände auf 1,70 m Breite zu bekommen. Und da jedes dieser Geräte schon alleine eine Breite von 0,60 m hat merkt man schnell. Das wird nix. Also hab ich erneut eine Umfrage gestartet.

"Eines der 3 Geräte darf 60 cm breit sein die beiden anderen nur 45 cm" Die Meinung war auf allen Socials so ziemlich die gleiche. ~60 % sagten dass sie einen größeren Kühlschrank bevorzugen. Jeweils 20 % wollen lieber einen ausgewachsenen Backofen bzw. Geschirrspüler. Was um ehrlich zu sein auch meine Präferenz war, also die Kühlschranklösung.



Nachdem nun klar war was wohin soll ging es an die Elektrikplanung. Und da ich so gute Erfahrungen mit dem Einholen der Meinungen gemacht habe, wirklich da waren so viele nette Kommentare und Vorschläge dabei und am Ende können wir doch alle voneinander lernen statt immer nur stur "unser Ding" zu machen. *Hier Hippie Music einspielen* Dachte ich mir pickst du mal die Elektriker-Bubble an. Little did I know. 😏

Es ergeht wie immer der Hinweis. Die ganze Elektro-Anlage wird von einem eingetragenen Elektriker abgenommen

Die Meinungen gingen da einfach SOOOO weit auseinander. Und es startet mit meiner zugegeben dummen Meinung "Einmal Starkstrom fürn Herd und der Rest komplett an 3x2,5mm² oder?"
Was bei mir zuhause so tatsächlich 2013 von einer Fachkraft noch installiert wurde. Okay mir wurde dann klar das wird heute so einfach nicht mehr gebaut. Es wurde dann aber recht flott immer wilder von -JEDES- Gerät braucht in der Küche seinen eigenen Stromkreis bis zur absoluten Deluxe-Lösung jedes Gerät muss auch noch zusätzlich seinen eigenen RCD haben. 1,5 mm² reicht maximal um ne 50 W Lampe anzuschließen da müsse man schon 4 mm² nehmen. Überall. JUNGE!?!

Es wurde dann ein Mittelweg.

  • 3x2,5 mm² für Kühlschrank/Mikrowelle/3er Steckdose rechts.
  • 3x2,5 mm² für 3er Steckdose links / Dunstabzugshaube / Steckdose über Schrank.
  • 3x2,5 mm² für 1er Steckdose an der Tür / Licht / IR-Heizstrahler
  • 3x2,5 mm² für Geschirrspüler
  • 5x2,5 mm² für Backofen
  • 5x2,5 mm² für Herd

Die ganze Küche dann aufgeteilt auf 2 RCD. Es gab mehrmals die Forderung dass der Lichtstromkreis im ganzen Haus gefälligst einen eigenen RCD braucht und Licht -niemals- mit den andeeren Geräten im Raum in einem Stromkreis hängen dürfen, damit man nicht im Dunkeln sitzt wenn z.B. der Toaster Quatsch macht. Aber ich fand die Lösung die jemand anderes vorschlug viel besser nämlich: 2 benachbarte Räume hängen an unterschiedlichen RCD. Wenns in einem dunkel wird hat der andere im Zweifel noch Licht. Und selbst wenn nicht Leute... kommt mal klar. Da fällt eben das Licht aus und nicht die Sauerstoffversorung in einem Uboot.



Klar war aber auch, im Sicherungskasten wo ich nur mit 3 Automaten-Reihen geplant hatte musste jetzt eine weitere Reihe Sicherungen rein und ob das zulässig ist hab ich erstmal mit Leuten vom Fach abgeklärt - war es zum Glück. Die gaben mir dann auch Vorschläge dies und das am Kasten zu ändern, das waren jetzt keine groben Fehler aber fachlich macht man es eben anders. Ihr seht, ich bleibe hier vage und hab auch nur das Foto der Kabelreste für euch. Es ist halt leider und ich meine wirklich leider mit der Elektriker-Bubble ätzend. Aber ich will nicht schon wieder ausholen...

Der Umbau des Kastens machte dann nochmal so 100 € obendrauf.



Ebenfalls für die Küche mussten nochmal unzählige Meter NYM-Kabel, Wago-Klemmen und Dosen gekauft werden. Glaube so um die 200 €.



Apropos Wago-Klemmen. Weil ich eh grade was in China bestellt hatte, hab ich mir mal ein Päckchen "China-Wagos" mitkommen lassen. Ich denke es ist klar geworden das ich bei Elektrik eher dem Pragmatismus unterstellt bin und keine VDE-Domina. Sicherheit ist mir aber dennoch wichtig und bei diesen Nachbauten hört echt der Spaß auf. 😵‍💫 Für den Satz dort habe ich zwar läppische 3 € bezahlt, aber die Qualität ist einfach SO SO SOOOO unterirdisch. Das fängt beim Gewicht und der Haptik an, das fühlt sich maximal flimsy an und viel zu leicht. Ich hege sehr starke Zweifel das diese Klemmen die 100 °C aushalten wie das Original. Also genau das, was du haben willst wenn doch mal ein Übergangswiderstand zustande kommt. Und da kommt auch schon der nächste Punkt die Klemmwirkung ist viel zu schlecht. Du kannst die Leiter oft einfach wieder rausziehen. Sobald du aber unterschiedliche Leiterstärken einbringst kannst du die dünneren eigentlich auch einfach daneben legen.

Ich hab die Teile für in der Werkstatt für Probeaufbauten oder kurze Tests behalten. Aber niemals würde ich die irgendwo ohne Aufsicht betreiben oder gar in einer Installation verwenden. Und ihr solltet das auch nicht.



Da durch die Küche auch die Kabel zum Keller / Klimaanlagen und zur Dusche laufen mussten diese gleich mitverlegt werden. Dabei waren dann drei einzelne 3x4 mm² und nochmal ein 5x4 mm². Braucht alles Platz, so dass es zu dieser Stromautobahn kam. LAN-Kabel wurden gleich mitverlegt. Ich weiß zwar noch nicht wofür ich LAN in der Küche und im Keller brauchen werde aber, besser haben als brauchen und jetzt sind die Wände noch alle offen.



Das Verlegen war zu zweit ein ganzer Tag Arbeit, kein Plan ob Elektriker das schneller hinbekommen, aber ich war da schon überrascht wie lange das aufhält. Auch direkt falsch gemacht habe ich, dass ich mir beim Verlegen im Dach in dem offenen Metallkabelkanal gar keine Gedanken über die Anordnung gemacht habe. Einfach rein. Rächte sich dann in der Küche als klar wurde "ja, nee, scheiße, DAS Kabel brauche ich rechts, DAS hier links, sonst überkreuzt sich das und .... okay. Wir dürfen ein Kabel nochmal komplett rausziehen".



Nach dem Verlegen der Elektroleitungen geht es jetzt an die Küchenarbeitsplatte. Ursprünglich hätte ich dafür echt gerne alte Schienen genommen. "Echte" Schienen sind aber mit 60 kg/m einfach viel zu schwer und würden bei 2,5 m Spannweite wohl auch minimal durchhängen da sie weicher als Baustahl sind, was bedeuten würde es müsste eine Zwischenwand drunter die dann wieder punktuell eine Last auf den Boden bringt. Feldbahnschienen, welche mit 12 kg/m weitaus leichter sind waren noch eine Möglichkeit, aber die sind zum einen sehr schwer zu bekommen und dann auch noch weniger belastbar. Am Ende bin ich bei der kleinsten Version von IPE-Stahlträgern gelandet, mit 80 mm Höhe.



Aus der Backsteinwand wurden dafür einzelne Steine entnommen und hinten in der Sandsteinwand Taschen ausgestemmt.



Die Stahlträger werden dann mit Quellmörtel einbetoniert, dieser expandiert ganz leicht und umfasst so dann aber auch den kompletten Träger. Die Lage des ersten Stahlträgers wurde mit einem Laser ausgerichtet von dort geht es dann mit einer Wasserwaage weiter.



Darauf dann ein 3 mm verzinktes Stahlblech was ich ebenfalls vor rund 15 Jahren mal vor dem Schrott gerettet habe. Es wird später mit Montagekleber auf die Träger geklebt, dort drauf kommen dann die Terracotta-Fliesen als Arbeitsfläche. Der Stahlträger vorne bleibt bewusst sichtbar. Links kommt noch eine Verlängerung in Form eines L dran für die Spüle.

Die Oberkante wird später bei 99 cm liegen, der Grund für diese höhe sind die Maße des Kühlschranks der noch drunter passen muss. Das ist zugegeben recht hoch und kann für 1,60 m Personen unbequem sein. Aber da bin ich jetzt ein wenig egoistisch, ich halte diese 86 cm Standard-Arbeitshöhe nicht aus, du stehst mit 1,80 m Größe immer minimalst gebückt was mir einfach sehr schnell in den Rücken geht.



Und dann war es auch schon wieder Zeit für die allerliebste Arbeit von allen. Verputzen. 😒 Ein gemeinsamer freier Tag und 11,5 x 30-kg-Säcke Rotband stehen bevor. Mit dem frommen Wunsch die komplette Küche an einem Tag fertig zu bekommen.

Wir hatten uns diesmal dazu entschlossen mit Schnellputzschienen zu arbeiten. Als Laie würde ich sie als Führungshilfen beschreiben, du klebst sie vorher in einem Abstand zueinander auf die Wand, wirfst dann das Feld dazwischen voll mit Rotband-Putz und ziehst den Teig mit einem Werkzeug was so breit ist wie der Abstand zu den Schienen über diese glatt nach oben. (Alternativ kann man die Schienen auch ad hoc in den frischen Putz stellen und wieder rausnehmen, erfordert aber wieder etwas mehr Skill ) Dann siehste wo noch Material fehlt, wirfst neues drauf, ziehst nach usw. Ich weiß, diese Lösung ist unter echten Fachmännern verpönt. Das ist halt als wenn du bei einem Profi-Bowlingspiel die Kinderbanden hochfahren lässt damit du keinen Gutter Ball wirfst.

Der Nachteil der Schnellputzschienen wie wir sie nun verwendet haben ist, dass du sie später doch erkennen kannst, ein Fachmann sowieso.



Die Kanten des Kamins haben wir wie auch die Kanten des Türrahmens mit Eckprofilen belegt. Auch hier, Fachmänner erstellen diese Ecken mit einer Eckkelle von Hand. Am Türrahmen kann man eigentlich unsauber arbeiten da dort später eine Türzarge drüber kommt, hier jedoch nicht da es später eine außen montierte Schiebetür geben wird.

Warum bleibt eigentlich die Backsteinoptik nicht? Zum einen mögen manche Schornsteinfeger es nicht wenn Kamine unverputzt sind, unserer gehört dazu. Nur den Kamin zu verputzen und den Rest nicht würde eher so medium aussehen. Dazu kommt dass die Küche eh schon recht eng wirkt, und ein paar weiße Wände tun da vlt. ganz gut. Zu guter Letzt ist es so dass im Gegensatz zu den anderen Räumen hier nicht nur 1 Kabel irgendwo verlegt werden muss sondern wie oben zu sehen etliche und die in alle Richtungen. Da war ich dann doch froh dass man die schön unter Putz verstecken kann. Hinter den Holzofen der dort auf dem Bild rechts stehen wird, kommen später ironischerweise wieder Backstein-Verblender auf die Wand bis zu einer Höhe von ~1 m ..... für die Optik. 🫠



Gedauert hat das Verputzen dann von 11 Uhr bis 2 Uhr nachts. 🫤 Wobei die Kraft schon gegen ~21 Uhr weg war - komplett. Und ich sag mal so, zum Glück wurden die Wände welche später gefliest werden oder wo eh die Küchengeräte davor stehen zum Schluss gemacht. Das war dann aber die Erkenntnis für das nächste Verputzer-Projekt, sich kleinere Ziele setzen anstatt krampfhaft den ganzen Raum fertig zu stellen.

Flur



Der nächste Raum steht nämlich schon an, die linke Seite des Flurs, welcher aus Backsteinen besteht. Das Freilegen der Wände brachte dann auch nochmal interessante Konstruktionen der Vorbesitzer zum Vorschein. Ein Stromkabel mit Nägeln unter den Türrahmen befestigt. Gut.



Ein Arbeitstag später war der Flur dann aber abgestemmt.



Im Treppenhaus hat sich dagegen gezeigt dass der untere Teil der Wand aus Sandsteinen besteht, ehe sie dann obenrum wieder zu Backsteinen wird. Die Sandsteine sollen nun wie immer offen bleiben.



Was ich mit dem Rest der Putzfläche im Flur mache weiß ich echt noch nicht. Am liebsten würde ich ihn dran lassen. Im Gegensatz zum Rest im Stellwerks ist er noch fest und hat auch keine drölf Löcher. Dazu kommt dass das Treppenhaus eine Höhe von ca 7 m hat und so eng ist dass das Rollgerüst dort nicht reinpasst. Man muss sich also aus Balken selbst ein Gerüst bauen was dann aber im Weg ist wenn man weiter unten verputzen will. Davon ab dass die Treppe dann nur noch im Kriechgang benutzbar ist während es dort steht.

Ich will mal versuchen entlang der roten eingezeichneten Linie einen fließenden Übergang zwischen Putz und Sandsteinen hinzubekommen, sollte eigentlich machbar sein. Viel schwieriger stelle ich mir den Übergang zum alten Putz nach oben hin vor. Also dass der Übergang gewollt aussieht und nicht buckelig zugeschmiert. Mal schauen.

Nach 4 Jahren in dem Projekt hat der Flur nun endlich Licht. Auch hier hatte ich keine Lust auf eine Wechselschaltung und hab zum HF-Bewegungsmelder gegriffen, die Kabelführung folgte einem bestehenden Schlitz. Meine bessere Hälfte hatte die geniale Idee dort später das 1000x600 mm DB-Logo zu montieren was wir in Bingen Hbf vor dem Schrott retten durften. Der Plan das Teil draußen zu montieren ist also Geschichte.

Erstaunlicherweise deckt der Bewegungsmelder perfekt das Treppenhaus ab, läuft man unten durch den Flur bleibt es aus, setzt man den ersten Fuß auf die Treppe: 💡

Pfalzwerke-Netze

Die beliebte Rubrik zum Ausklang. Mich langweilt das Thema, was immer noch nicht gelöst sondern nochmal verschlimmert wurde einfach nur noch. Ich schreib’s daher jetzt aus’m Kopf zusammen, kann sein dass sich zeitlich jetzt etwas nicht reimt aber ich geh jetzt nicht nochmal alle Akten durch. Das muss ich eh schon viel zu oft.

Ende Nov. wollte die Schlichtungsstelle ja dann endlich ein "Urteil" sprechen. Sie setzten dann im Januar den Beteiligten eine Frist von 2 Wochen das zu klären. lol... als ob.

Weder die Pfalzwerke (PW) als Energielieferant, welche von mir ja noch über 600 € haben möchten, noch die Pfalzwerke-Netz (PWN) kamen dieser Frist nach. Nur Ocotopus Energy (mein de facto Energielieferant) hat darauf geantwortet, richtigerweise mit "da haben wir ja nichts beizutragen".

Nach Ende der 2-Wochen-Frist geschah somit das Unausweichliche. Die Schlichtungsstelle sprach erneut eine 2-Wochen-Frist aus. 🤡

Es passiert, erneut nichts. Und jetzt griff die Schlichtungsstelle aber wirklich zum äußersten Mittel! Sie sprachen eine erneute Frist von 2 Wochen aus



Was sie aber auch in die 3. Frist reinschrieb, wenn jetzt nicht passiert ergeht ein Schlichtungspsruch zu meinen gunsten. Und aufeinmal kam bewegung rein.

Ich bekamm ne Email von meinem Energielieferanten Ocotopus Energie. Der mir wiederum eine Email der PWN mitschickte. Sie sind gezwungen mir meinen Stromvertrag mit sofortiger Wirkung zu stornieren. Ja, nicht zu kündigen, zu stornieren. Rückwirkend zum Dezember 2024(!). So hänge ich jetzt in dem Umstand das ich rückwirkend in die Grundversorung der PW geworfen werde, welche sich im übrigen bis heute Ende März einfach zu nichts und niemandem mehr äußert. Geht ihnen einfach am Arsch vorbei. Immerhin kam auch keine erneute Mahnung. Auf der anderen Seite habe ich Ocotopus, welche seit über einem Jahr Geld bei mir abbuchte, jetzt keine Endrechnung erstellen möchte weil ich ja nie hätte Kunde sein dürfen. Dennoch wird das Geld einbehalten weil ja eine Leistung erbracht wurde.

Der geneigte Leser erkennt. Wenn alles supi läuft zahle ich den Strom doppel. Einmal bereits gezahlt an Ocotpus und dann kommen die bräsigen PW nochmal irgendwann und rechnen nach ihren extra günstigen Grundtarif ab.

Den Umstand habe ich dann mitte Feb. der Schlichtungsstelle mitgeteilt, welche wieder fristen um fristen setzte und bis jetzt Ende April nichts erreichte.

Obendrauf kommt, das ich bereits Anfang März versucht habe einen neuen Stromvertrag abzuschließen nur um zu merken das die PWN weiterhin die falsche Zählernummer nach außen kommunizieren und -JEGLICHEN- Abschluss eines Vertrages blockieren. Jetzt aber für beide Zähler, weil INTERN wissen sie ja dass der "falsche" nicht mir gehört. Wenn ich also auf meinen de facto richtigen Stromzähler einen Stromvertrag abschließen möchte passiert folgendes:

  • Der Energielieferant teilt den PWN mit dass sie einen Vertrag für Zähler 11111 eintragen möchten.
  • Die PWN nimmt die falsche Datenbank und sagt "das geht nicht, Zähler 11111 gehört nicht ihrem Kunden. Der korrekte Zähler ist 22222"
  • Dann sagt die Automatik des Energielieferanten "okay dann bitte auf 2222 abschließen"
  • Dann sagen die PWN "2222, passt" Um dann aber kurz danach wenn wieder die interne Datenbank genutzt wird zu sagen "warte mal, 2222 gehört gar nicht dem Kunden"

Und als wenn dieser RIESEN BERG VON SCHEIßE noch nicht genug war. Hat die PWN mit Januar 2026 sämtliche Zahlungen der Einspeisevergütung zu der PV-Anlage eingestellt und auch keine Abrechnung für 2025 erstellt. Telefonate, Emails und Fristsetzungen per Fax wurden wie immer ignoriert.

Ich bin echt gespannt ob und wie das weitergeht. Mein Wunsch wäre da die Schlichtungsstelle endlich mal ein Urteil ausspricht, da sich das vor Gericht dann einfach besser macht bzw. wenn ich den Anwalt ENDLICH losschicken kann.

-75.867,37€



Das ist der Wasserstands des ganzen Projekts aktuell. Es ist Licht am Ende des Tunnels aber ob die 100k Grenze eingehalten werden kann - fraglich. Unter dem Umstand der aktuellen Preissteigerungen aufgrund geopolitischer Umstände noch fraglicher. Ich sollt es vlt. dieser Maus auf dem Suchbild-Rätsel gleich tun und Stollen unterm Stellwerk ausheben auf der Suche nach Edelmetallen.





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